Jean-Baptiste Greuze, Savoyarde mit tanzender Puppe, Inv. Nr.: 12768
Savoyarde mit tanzender Puppe
Jean-Baptiste Greuze, Savoyarde mit tanzender Puppe, Inv. Nr.: 12768
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Savoyarde mit tanzender Puppe

Jean-Baptiste Greuze

Um 1765-1769




Tanzende Figuren, auch bekannt als »marionnettes à la planchette«, gehörten im 18. Jahrhundert in das Spezialrepertoire der Wanderkünstler, auch Savoyarden genannt. Man erkannte die umherziehenden Gaukler – wie den Protagonisten dieser Zeichnung – an den langen Haaren, der Kniebundhose sowie einem breitkrempigen Hut. Der Trick, eine Puppe auf einem Tisch zum Tanzen zu bringen, bestand in einem unter dem Tisch gespannten Faden, an dem der Savoyarde selbst oder einer seiner Helfer möglichst unbemerkt ziehen konnte. Hier lenkt er die Blicke der Menge durch den Zeigegestus der rechten Hand geschickt auf die Puppe, während seine linke unbemerkt den Mechanismus darunter betätigt.



Künstler:in (Tournus 1725 - 1805 Paris)
DateUm 1765-1769
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder, Pinsel in Schwarz und Braun, laviert, über Grafitstift
Dimensions32,4 x 27,5 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number12768
Inscribedl.o. "1"
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174); M.u. Chevalier de Damery (Lugt 2862)
Text

In dieser Zeichnung eines Savoyarden, der einer erstaunten Menge eine tanzende Puppe vorführt, verzichtet Greuze - sonst vorrangig Maler tragischer Familienszenen und unbeständiger Tugend - auf moralische Belehrung und sittlichen Anspruch. Die Darstellung spielt im Freien, was in seinem Œuvre ebenfalls selten vorkommt. Die gespannte Erregung und nervöse Neugier der dicht gedrängten Zuschauer bringt Greuze mit ungestümen, unruhigen Linien kongenial zum Ausdruck. Zarte Lavierungen und großflächige freigebliebene Partien erzeugen nicht nur eine helle, lichtdurchflutete Atmosphäre, sondern verleihen der Szene auch jene heitere, unbeschwerte Stimmung.
Tanzende Figuren, bekannt als "marionettes à la planchette", erfreuten sich im 18. Jahrhundert größter Beliebtheit und gehörten in das Spezialrepertoire der auch Savoyarden genannten Wanderkünstler. Ihre Darbietungen waren nicht nur in den Straßen, sondern auch in den Salons gerne gesehen. Man erkannte die umherziehenden Gaukler - wie den Protagonisten dieser Zeichnung - an ihren langen Haaren, einer Kniebundhose sowie einem breitkrempigen Hut. Der Trick, eine Puppe auf einem Tisch zum Tanzen zu bringen, bestand in einem unter dem Tisch gespannten Faden, an dem der Savoyarde selbst oder einer seiner Helfer möglichst unbemerkt ziehen konnte. Auch in diesem Blatt lenkt er die Blicke und die Aufmerksamkeit der Menge durch den Zeigegestus der rechten Hand geschickt auf die Puppe, während seine Linke unbemerkt den Mechanismus darunter betätigt.

Christine Ekelhart, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 149.

Bibliography
  • Brookner 1972, S. 114
  • AK New York/Los Angeles 2002, Nr. 58
  • Schröder 2008, Nr. 149 (C. Ekelhart)
  • Klaus Albrecht Schröder (Hg.), AK, Die Gründung der Albertina. 100 Meisterwerke der Sammlung, Ostfildern 2014, S. 224-227.
  • Albertina, Meisterzeichnungen: Tiepolo bis Goya, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2003, Abb.40
  • Yuriko Jackall/Annick Lemoine/Mickael Szanto (Hg.), Greuze. L'enfance en lumière (Ausst.-Kat. Petit Palais, Paris 2025), Paris 2025, S. 26, Abb. 4
  • Provenance
  • Chevalier de Damery
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/34223/savoyarde-mit-tanzender-puppeImage Request
    Last edited06.02.2026

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