Savoyarde mit tanzender Puppe
Jean-Baptiste Greuze
Um 1765-1769
Tanzende Figuren, auch bekannt als »marionnettes à la planchette«, gehörten im 18. Jahrhundert in das Spezialrepertoire der Wanderkünstler, auch Savoyarden genannt. Man erkannte die umherziehenden Gaukler – wie den Protagonisten dieser Zeichnung – an den langen Haaren, der Kniebundhose sowie einem breitkrempigen Hut. Der Trick, eine Puppe auf einem Tisch zum Tanzen zu bringen, bestand in einem unter dem Tisch gespannten Faden, an dem der Savoyarde selbst oder einer seiner Helfer möglichst unbemerkt ziehen konnte. Hier lenkt er die Blicke der Menge durch den Zeigegestus der rechten Hand geschickt auf die Puppe, während seine linke unbemerkt den Mechanismus darunter betätigt.
In dieser Zeichnung eines Savoyarden, der einer erstaunten Menge eine tanzende Puppe vorführt, verzichtet Greuze - sonst vorrangig Maler tragischer Familienszenen und unbeständiger Tugend - auf moralische Belehrung und sittlichen Anspruch. Die Darstellung spielt im Freien, was in seinem Œuvre ebenfalls selten vorkommt. Die gespannte Erregung und nervöse Neugier der dicht gedrängten Zuschauer bringt Greuze mit ungestümen, unruhigen Linien kongenial zum Ausdruck. Zarte Lavierungen und großflächige freigebliebene Partien erzeugen nicht nur eine helle, lichtdurchflutete Atmosphäre, sondern verleihen der Szene auch jene heitere, unbeschwerte Stimmung.
Tanzende Figuren, bekannt als "marionettes à la planchette", erfreuten sich im 18. Jahrhundert größter Beliebtheit und gehörten in das Spezialrepertoire der auch Savoyarden genannten Wanderkünstler. Ihre Darbietungen waren nicht nur in den Straßen, sondern auch in den Salons gerne gesehen. Man erkannte die umherziehenden Gaukler - wie den Protagonisten dieser Zeichnung - an ihren langen Haaren, einer Kniebundhose sowie einem breitkrempigen Hut. Der Trick, eine Puppe auf einem Tisch zum Tanzen zu bringen, bestand in einem unter dem Tisch gespannten Faden, an dem der Savoyarde selbst oder einer seiner Helfer möglichst unbemerkt ziehen konnte. Auch in diesem Blatt lenkt er die Blicke und die Aufmerksamkeit der Menge durch den Zeigegestus der rechten Hand geschickt auf die Puppe, während seine Linke unbemerkt den Mechanismus darunter betätigt.
Christine Ekelhart, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 149.
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