Der Kohlmarkt in Wien
Carl Schütz
1786
Eine lebensnahe Vorstellung vom Wiener Stadtbild des späten 18. Jahrhunderts geben die von Carl Schütz angefertigten aquarellierten Federzeichnungen von Gebäuden, Plätzen oder Straßenzügen. Die Federzeichnungen dienten als Vorlage für ein Ansichtenwerk von Wien und Umgebung, an dem auch Johann Ziegler und Laurenz Janscha mitarbeiteten und das zwischen 1779 und 1798 im Wiener Verlag Artaria erschien. Die abwechslungsreiche Schilderung des Straßenlebens und die frische Kolorierung beleben die nüchterne Schilderung der Architektur und bewirken eine reizvolle Unmittelbarkeit. Neben repräsentativen Stadtbildern wie dem Kohlmarkt zeigen die Ansichten der Leopoldstadt und der Freyung unkonventionelle Blicke auf die Residenzstadt, die durch ihre scheinbar zufällige Ausschnitthaftigkeit sehr modern wirken. Vielleicht ist dies der Grund, warum diese drei Blätter schließlich nicht ins Ansichtenwerk aufgenommen wurden.
