Blick auf Wien
Matthäus Loder
um 1810
Matthäus Loder wurde 1816 in den Kreis der Kammermaler von Erzherzog Johann aufgenommen. Für den jungen Historienmaler, der bis dahin nur grazile und leicht manierierte Buchillustrationen und Ritteridyllen geschaffen hatte, galt es nun, „wahre“ Inhalte und Motive festzuhalten: die Arbeitswelt in der steirischen Eisenindustrie, die Holz- und Milchwirtschaft, die Jagd und die Fischerei, dann auch die Anwesen des Erzherzogs und Begebenheiten aus dessen Leben.
Loder schuf mit höchster Sorgfalt ausgearbeitete Aquarelle, in denen feinste, dicht nebeneinandergesetzte Pinselstriche geschlossen wirkende Oberflächen von Wiesen oder Gesteinsformationen ergeben. In diese sauberen und aufgeräumten Landschaften zeichnet der Künstler Gebäude, Wege, Zäune und zierliche Staffagen ein. Es gibt keine flüchtigen Wetterphänomene, sondern ruhiges Sonnenlicht, das die Bildräume in kristalliner Klarheit bis in den Hintergrund ausleuchtet.
