Briefentwurf von Gustav Klimt an Carl Moll mit Notizen zu einem Gespräch mit Josef Hoffmann, In…
Briefentwurf von Gustav Klimt an Carl Moll mit Notizen zu einem Gespräch mit Josef Hoffmann
Briefentwurf von Gustav Klimt an Carl Moll mit Notizen zu einem Gespräch mit Josef Hoffmann, Inv. Nr.: GKA52
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Briefentwurf von Gustav Klimt an Carl Moll mit Notizen zu einem Gespräch mit Josef Hoffmann

Gustav Klimt

vermutlich Mitte Februar 1917




Verfasser:in (Wien 1862 - 1918 Wien)
Adressat:in (Wien 1861 - 1945 Wien)
erwähnte Person(en) (Basel 1827 - 1901 San Domenico bei Fiesole)
erwähnte Person(en) (Wien 1875 - 1944 Wien)
erwähnte Person(en) (Wien 1869 - 1933 Wien)
erwähnte Person(en) (Budapest 1884 - 1967 Salzburg)
erwähnte Person(en) (Wien 1884 - 1961 Wien)
erwähnte Person(en) (Olmütz 1868 - 1926 Wien)
erwähnte Person(en) (Brtnice (Pirnitz) 1870 - 1956 Wien)
Datevermutlich Mitte Februar 1917
Object TypeArchivale
Object typePaper from archives
Materials / TechniquesBleistift auf Papier
DimensionsBlatt: 19 × 29,3 cm
Blatt: 17,5 × 22,2 cm
CreditWidmung des Vereins der Freunde des Kunsthistorischen Museums
Object numberGKA52
Transkription
Was den Ankauf | des Bö(c)klinwerkes | „Venus genetrix" [1] | anbelangt so muß | ich gestehen daß mich | die Machweise sehr un= | angenehm berührte. | Es ist ungehörig | daß man in dieser | Angelegenheit kein[e] | Künstler od Kunst= | verständige zu | Rathe gezogen hat. | Böcklin ist in (?) | Gall (?) Ich habe aber ich glaube es ist kein Grund | sich übermäßig aufzuregen. || Ich kann Dir den Brief | in h keiner der beiden | Fassungen mit ruhigem | Gewisse(n) unterschreiben. | Ich habe das Bild | nie gesehen - kenne | dasselbe nur in schlechten | Reproductionen | - halte es für | nicht ungefährlich mich | in der Sache so zu ex= | ponieren ohne gegen | eventuelle Angriffe | genügend gefeit zu | sein. | Zweitens weiß ich | nicht, ob jetzt die richtige | Zeit, für eine Abwehr || ist, nachdem man vorher | größere zu allen | Ankäufen geschwiegen | hat. | Drittens: Wollen | wir eben jetzt dem | Ministerium Unan= | nehmlichkeiten | bereiten wo es | die Ankäufen in | unser(er) Ausstellung | nach langem Herum | ziehen endlich machen | will - Wird es | nicht an der Kunst= | schau ausgehen - welche | doch ein wenig angewiesen || ist auf staatliche | Fürsorge? | Viertens ist es mir nicht | ganz sympathisch | gegen einen | Künstler auch wenn | er ein schlechtes Bild | gemacht hat, aufzu= | treten - ferner nicht | sympathisch daß mir | meine Meinung | in der Zeitung | kommen soll - wenn | wir schon protestieren | wollen dann thun | wir´s gleich ordentlich | als Comitée der Künstler | oder als Künstlergruppe || Die Jüngeren werden auch ausstellen | Haag Rotterdam | Amsterdam 1. Sept. Stocker | Kriegspressequartier | Prinz Hassmann | Harta || Brief vorgestern abends | wollte gestern telefonieren | 12 Bilder von mir? | (Staatliche Unterstützung) | nichts Neues - aus | Privatbesitz schwer zu | haben im Sommer im | Krieg im Ausland | Ich selbst nur 5 Bilder höchstens | 6. oder Tod. Hast du Wünsche? | werde Listen senden | Böhler Adresse. Primavesi? | 8 Tage Cur. 1. Sept. wirklich | letzter Termin? | Wo sollen die Bilder | gesammelt wer(den) | Du wirst Brief bekomm(men)

 

[1] richtig „Venus genitrix"

Provenance
  • 1918 Nachlass Gustav Klimt, Wien
  • 1968 Schenkungs des Vereins der Freunde des Kunsthistorischen Museums

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/37271/briefentwurf-von-gustav-klimt-an-carl-moll-mit-notizen-zu-eiImage Request
    Last edited26.05.2026