Wien von Grinzing zu sehen
Balthasar Wigand
um 1815
Um 1800 gewinnen Militärszenen an Bedeutung und zeigen thematisch ein großes Spektrum. Im Zuge der „Befreiungskriege“ gegen Napoleon kommt es zu einer Militarisierung der europäischen Höfe, und die Uniform als tägliches Kleidungsstück wird allgegenwärtig.
Das Werk Balthasar Wigands verdeutlicht die Aufgabe des Aquarells bei der Wiedergabe von politisch relevanten Ereignissen im höfischen und militärischen Umfeld. Wigand kombiniert seine reportageartigen Schilderungen meist mit Ansichten, die der Wiener Vedutentradition entsprechen. Sein Werk belegt die funktionale Vielfalt der Aquarellmalerei dieser Zeit: Der Künstler fertigt in großer Anzahl kleine Blätter, die als Einlagen für Möbelstücke und Kassetten und als Lichtschirme verwendet wurden. Es sind vorwiegend Ansichten aus Wien und der näheren Umgebung.
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