Der heilige Benedikt in der Höhle von Subiaco, im Vordergrund die Speisung durch den Priester a…
Der heilige Benedikt in der Höhle von Subiaco, im Vordergrund die Speisung durch den Priester am Ostertag (Scheibenriss)
Der heilige Benedikt in der Höhle von Subiaco, im Vordergrund die Speisung durch den Priester am Ostertag (Scheibenriss), Inv. Nr.: 3029
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Der heilige Benedikt in der Höhle von Subiaco, im Vordergrund die Speisung durch den Priester am Ostertag (Scheibenriss)

Albrecht Dürer

spätestens 1501




Es handelt sich um den Entwurf für eine Scheibe eines ehemals 30- bis 40-teiligen Glasfensterzyklus, den Johannes Radenecker, Abt des Klosters zu St. Egidien in Nürnberg, spätestens 1501 für den Kreuzgang des Klosters in Auftrag gegeben hat; die Bezahlung verteilte sich auf verschiedene Patrizierfamilien. Im 17. Jahrhundert waren noch 23 Fenster erhalten.
Eine zweite reduzierte Fassung entstand für die dortige Tetzel-Kapelle im Auftrag des Friedrich Tetzel d. J. (1450-1523) und seiner Frau, Ursula Fürer (1481-1545). Von dieser Version stammen die bis heute (bzw. 1945) erhaltenen drei Scheiben. Die auf Entwürfen und ausgeführten Scheiben dargestellten Wappen sind als Teil einer Ahnenprobe der Tetzel wie folgt zu deuten: Tetzel - der Stifter Friedrich Tezel; Rummel - Agnes Rummel (gest. um 1455/60), 1. Frau von Jobst Tetzel, dem Vater des Stifters; Pessler - Margarete Pessler, 1. Frau von Jobst Tetzel; Waldstromer - die Frau von Jobst Tetzel d. Ä.; Pfinzing - Elisabeth Pfinzing (gest. 1361), Frau von Friedrich Tetzel d. Ä. (gest. 1367).

Die zugehörigen Blätter sind:
Wunderbare Auffindung des verlorenen Sicheleisens, mit Wappen Familie Pfinzing (Paris, Musée du Louvre; Winkler 199)
Maurus rettet Placidus mit Hilfe Benedikts vor dem Ertrinken (London, The British Museum; Winkler 200)
Benedikt und Scholastika (London, The British Museum; Winkler 201)
Benedikt sieht die Seele seiner Schwester zum HImmel auffahren (Nürnberg, GNM; Winkler 202)
Florentius versucht Benedikt mit einem Brot zu vergiften (London, The British Museum; Winkler 203; nach Scholz "Werkstatt Albrecht Düreres")
Benedikt erweckt das tote Kind eines Bauern wieder zum Leben (München, Staatliche Graphische Sammlung; Winkler 204)
Benedikts Vision von der ganzen Welt (Berlin, Kupferstichkabinett; Winkler 205)
Benedikt erweckt den beim Klosterbau vom Teufel erschlagenen Mönch wieder zum Leben, mit Allianzwappen Familien Rummel-Pessler (Washington, National Gallery; Winkler 206; nach Scholz "Werkstatt Albrecht Düreres"; ausgeführtes Glasgemälde mit Wappen Familie Tetzel in Nürnberg, GNM)
Selbstkasteiung Benedikts in den Disteln, mit Wappen Familie Tetzel (Darmstadt, Hessisches Landesmuseum; Winkler 207; nach Scholz "Kopie"; ausgeführtes Glasgemälde mit Wappen Familie Waldstromer in Boston, Isabella Stewart Gardner Museum)



Zugeschrieben an (Nürnberg 1471 - 1528 Nürnberg)
Vormals zugeschrieben an (tätig um 1500 (Nürnberg))
Vormals zugeschrieben an (Oberrhein um 1482/83 - 1539/40 Nördlingen)
Vormals zugeschrieben an (Straßburg um 1480/85 - 1520 tätig)
Zuschreibung Inventar Herzog Albert (Nürnberg 1434 - 1519 Nürnberg)
Datespätestens 1501
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder, leicht aquarelliert
Dimensions21,2 × 15,9 cm (8 3/8 × 6 1/4 in.)
CreditALBERTINA, Wien
Object number3029
Inscribedl.u. "Michel Wolgemut."; r.u. "2"
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Watermarkkein Wasserzeichen
Catalogue raisonné
  • Tietze/Tietze-Conrat 1933, 177
  • Winkler 198
  • Strauss XW.198
  • Bibliography
  • Heinrich Röttinger, Hans Wechtlin, in: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kasierhauses, 27, 1907/09, S. 1-54, hier S. 7-9, 50
  • AK Meister um Albrecht Dürer, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Nürnberg 1961, S. 221-222, Nr. 395 a
  • Koschatzky/Strobl 1971, Nr. 22
  • AK Nürnberg 2000, S. 346, unter Nr. 82
  • AK Painting on Light. Drawings and Stained Glass in the Age of Dürer and Holbein, Los Angeles 2000, S. 92-105, Kat. 11-17 (zum Zyklus)
  • Fritz Koreny, Albrecht Dürer oder Hans Schäufelein? Eine Neubewertung des "Benediktmeisters", in: Zeitschrift des deutschen Vereins für Kunstwissenschaft, Bd. 56/57, Berlin 2002/03, S. 144-161
  • Hartmut Scholz, „Sind überauß schöne Stückh gewiß AD Invention, wie auch das Leben Benedicti uff solche arth im Creutzgang, ao. 1501 gemahlt". Zur Überlieferung des Benediktszyklus in den Kreuzgangsfenstern des Nürnberger Egidienklosters. In: Buchmalerei der Dürerzeit, Dürer und die Mathematik, Neues aus der Dürerforschung (Dürer-Forschungen, Bd. 2), Nürnberg 2009, S. 193-226
  • Hartmut Scholz, Der "Benediktszyklus". Ein besonderer Fall von Serienproduktion in der Nürnberger Glasmalerei der Dürerzeit. In: Original - Kopie - Zitat. Kunstwerke des Mittelalters und der Frühen Neuzeit: Wege der Aneignung - Formen der Überlieferung. Hrsg. v. Wolfgang Augustyn und Ulrich Söding (Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München, 26), Passau 2010, S. 253-278
  • Ausst.-Kat. Nürnberg 2012, S. 492, Nr. 164
  • Provenance
  • Hofbibliothek
  • erworben durch Tausch 1796
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/41331/der-heilige-benedikt-in-der-hohle-von-subiaco-im-vordergrunImage Request
    Last edited24.01.2025