Bildnis einer Frau, Inv. Nr.: 26164
Bildnis einer Frau
Bildnis einer Frau, Inv. Nr.: 26164
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Bildnis einer Frau

Wolfgang Huber

um 1522/23




Zugeschrieben an (Feldkirch um 1485/90 - 1553 Passau)
Vormals zugeschrieben an
Dateum 1522/23
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze und farbige Kreide, laviert, weiß gehöht; entlang der Konturen ausgeschnitten und auf rosa bräunlich getöntem Papier aufgeklebt
DimensionsSilhouettierte Darstellung: max. 23,1 x 21,4cm (9 1/8 x 8 7/16in.)
Blatt: 26,8 x 22,9 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number26164
Markingskein Sammlerstempel
Text

Neben einer Reihe von Ausdrucksstudien schuf der sonst vor allem für seine Landschaftszeichnungen bekannte Wolf Huber auch einige großformatige Porträtzeichnungen in farbigen Kreiden. Das Frauenbildnis wurde 1932 von Joseph Meder erstmals als Werk Hubers publiziert. Tietzes (1933) glaubten darin die Arbeit eines norddeutschen Künstlers um 1525 in der Nachfolge #Lucas Cranachs zu erkennen, doch setzte sich die Zuschreibung an Huber in der gesamten nachfolgenden Forschung durch. Die Provenienz des Blattes aus der Sammlung von Graf Salm bestärkt seine stilkritische Zuordnung, da Huber mit der Familie Salm in engem Kontakt stand: 1542 wurde er durch Fürstbischof #Wolfgang von Salm als Hofmaler bestätigt und war 1546 Baumeister der Grafen Salm in Schloss Neuburg am Inn.
Die in Dreiviertelansicht nach links gewandte Frau gilt als eine der frühesten Farbkreidezeichnungen Hubers und lässt sich in eine Reihe von ca. 1522/23 entstandenen Blättern in ähnlicher Technik einfügen. Auch die ungewöhnliche Form ihres Hutes entspricht der Mode der Zwanzigerjahre und findet sich ebenso in #Albrecht Dürers 1525 datierter "Fronica Formschneiderin", der Ehefrau des berühmten Nürnberger Formschneiders Hieronymus Andreä (London, British Museum).
Die sorgfältige Modellierung des Gesichts durch die Mischung verschiedenfarbiger Kreiden, mit weißen Glanzlichtern an Stirn und Nase sowie rund um den Mund, kontrastiert mit den groben offenen Schraffen zur Angabe des blauen, hochgeschlossenen Obergewandes mit dem kleinen, hellen Kragen. Die Frau scheint direkt nach dem Leben gezeichnet; ihre etwas derben Züge mit der knolligen Nase und den asymmetrischen Augen sind ohne Idealisierung erfasst. Einige Strähnen haben sich über den Ohren aus dem im Nacken geflochtenen Haar gelöst, was dem ruhig und ausgeglichen wirkenden Antlitz eine große Unmittelbarkeit verleiht.

Dürer - Cranach - Holbein. die Entdeckung des Menschen; das deutsche Porträt um 1500; eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München; Kunsthistorirsches Museum Wien, Wien 2011, S. 169f., Abb. 92.

Catalogue raisonné
  • Tietze/Tietze-Conrat 1933, 369
  • Bibliography
  • Meder 1932 a, S. 3 f., Taf. 5.
  • Franz Winzinger, Wolf Huber. Das Gesamtwerk, München u. a. 1979, S. 123, Nr. 122
  • AK Hamburg 1983, S. 204 f., Nr. 88 (G. Hopp)
  • AK Deutsche Zeichnungen. Meisterwerke aus dem Besitz der Albertina, bearb. von Erwin Pokorny und Maren Gröning, Nationalmuseum für westliche Kunst, Tokyo, 1991, S. 249, Nr. 16
  • AK Wien/München 2011, Nr. 92 (E. Michel)
  • AK Fantastische Welten. Albrecht Altdorfer und das Expressive in der Kunst um 1500, Städel Museum, Frankfurt a. M., und Kunsthistorisches Museum Wien 2014/2015, München 2014, S. 270-271, Kat. 153 (Katrin Dyballa)
  • AK Dürerzeit. Österreich am Tor zur Renaissance, hg. von Stella Rollig und Björn Blauensteiner, Belvedere, Köln 2021, S. 247, Kat. 77
  • Provenance
  • Sammlung Emanuel Alfred Leopold Franz Erbprinz zu Salm-Salm (1871-1916), Schwiegersohn des Erzherzogs Friedrich
  • 1931 aus Salm'schem Besitz

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/41822/bildnis-einer-frauImage Request
    Last edited17.05.2022