Gebet eines Königs vor einer Stadt
Anonym
1420-1430
Die insgesamt 200 Miniaturen sind Fragmente einer deutschen Historienbibel. Solche volkssprachlichen Bibeln verbinden die biblischen Inhalte mit einer chronologischen Weltgeschichte. Am Beginn stehen die Erschaffung Adams und Evas und deren Vertreibung aus dem Paradies (Berlin). Die Textgrundlage bildet im Wesentlichen die „Historia Scholastica“ des Petrus Comestor, der, neben den Büchern des Alten Testaments, auch die „Antiquitates“ des Flavius Josephus konsultierte.
Der heute zerteilte Codex entstand in Wien um 1430. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurden die kolorierten Federzeichnungen säuberlich silhouettiert und ohne Rücksicht auf ihre ursprüngliche Abfolge in ein Album geklebt. Aus derselben Handschrift haben sich 75 weitere Illustrationen im Kupferstichkabinett Berlin erhalten sowie 11 Einzelszenen in unterschiedlichem Besitz.
Die zugehörigen Blätter sind im Einzelnen:
[a] Berlin, Staatliche Museen - Kupferstichkabinett, Min. 4095-4169 (75 Blätter)
[b] Berlin, Staatsbibliothek, Hdschr. 399; früher Privatbesitz Antiquariat Dr. Jörn Günther, Hamburg, Ms. 18 (1 Blatt)
[c] Edinburgh, National Gallery of Scotland, Inv. D 3182 (3 Blätter)
[d] ehem. Wien, Albertina, Graphische Sammlung, Inv. 30634-30635 (2 Blätter; Verbleib unbekannt; siehe auch [f])
[f] Antiquariat Hermann Ball / Paul Graupe, Berlin, Nr. 1930,24 (4 Blätter; früher Privatbesitz Edwin Czeczowiczka, Wien; Verbleib unbekannt; 2 Blätter zwischenzeitlich in der Albertina, siehe [d])
[g] Auktion Sotheby's, London, 3.12.2008, Nr. 15 (2 Blätter; Verbleib unbekannt)
[h] Zürich, Graphische Sammlung der ETH, Sammlung Robert Landolt (1 Blatt)
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/42636/gebet-eines-konigs-vor-einer-stadtImage Request