Antonio Fantuzzi, Landschaft in einer Prunkrahmung (Rahmen der Vénus frustrée), Inv. Nr.: DG201…
Landschaft in einer Prunkrahmung (Rahmen der Vénus frustrée)
Antonio Fantuzzi, Landschaft in einer Prunkrahmung (Rahmen der Vénus frustrée), Inv. Nr.: DG2018/35
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien Copyright: Gemeinfrei

Landschaft in einer Prunkrahmung (Rahmen der Vénus frustrée)

Antonio Fantuzzi

ca. 1542-1544




In den Jahren zwischen 1542 und 1547 wurde die Radiertechnik auch am Hofe von Fontainebleau intensiv praktiziert. Eine der zentralen Figuren war hier der aus Bologna stammende Künstler Antonio Fantuzzi. Viele seiner Blätter dokumentieren die Freskomalereien und das Stuckdekor Rosso Fiorentinos, mit dem der königliche Palast seit den 1530er-Jahren geschmückt wurde. Auch das hier gezeigte Blatt gibt eine Stuckrahmung aus der sogenannten Galerie Franz’ I. im Schloss von Fontainebleau wieder. Die im Zentrum gezeigte Landschaft ist vermutlich von anderer Hand. Für den Abzug wurde braune Druckfarbe verwendet. Inspiriert wurde Fantuzzi dazu vermutlich von Werken Francesco Parmigianinos, der zwischen 1527 und 1530 in Fantuzzis Heimatstadt Bologna mit farbiger Druckfarbe und Tonplatten experimentierte.



Künstler:in (Bologna 1508/1510 - 1550/1555 Fontainbleau)
Dateca. 1542-1544
Object TypeDruckgraphik
Object typePrint
Materials / TechniquesRadierung in Braun
DimensionsBlatt: 25 × 50,2 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object numberDG2018/35
Im Kontext der Sammlung
Mit der Radierung hielten Physik und Chemie Einzug in die Kunsttechnik. Das Verfahren mit dem so eigenartigen Namen – es hat nicht mit Radieren im geläufigen Sinn zu tun – zählt zu den Tiefdruckverfahren, bei denen die zu druckenden Linien in die metallenen Druckformen (Eisen oder Kupfer) eingetieft werden. Bei der Radierung geschieht das mithilfe einer Säure. Das Prinzip der Radierung besteht darin, diejenigen Bereiche, die im Säurebad nicht angegriffen werden sollen, mit einem säureresistenten Ätzgrund zu bedecken. Das sog. Ätzwasser (etwa Essig- oder Salpetersäure) greift offen liegenden Partien an, die vom Ätzgrund abgedeckten Bereiche bleiben intakt. Für die Radierung wird nun der Ätzgrund mittels einer Nadel angeritzt – im Deutschen: radiert (engl. erased) –, so dass entlang dieser Linien die Metalloberfläche wieder freiliegt und an eben diesen Stellen die Säure einwirken kann.
Der oft spontane Duktus des Strichbildes einer Radierung steht der Anmutung einer Zeichnung näher als andere Hoch- und Tiefdruckverfahren, was ihre zunehmende Beliebtheit erklärt, bis sie im 18. Jahrhundert alle übrigen druckgrafischen Techniken dominierte.
Wie viele bahnbrechende Erfindungen bietet die Radierung Vor-, aber auch Nachteile: Sie ist, da die Radiernadel wie ein Stift geführt werden kann, wesentlich schneller und Kräfte sparender auszuführen als der mit unterschiedlichen Sticheln vorzubereitende Kupferstich. Der Nachteil sind die durchwegs gleichartigen und bei genauem Hinsehen stumpf ausgefransten Linien, die, wenn sie allzu dicht beieinanderliegen, jede noch so gelungene Komposition verunklären können. Bei Eisenradierungen besteht außerdem die Gefahr der allmählichen Plattenkorrosion, aus der im Druckbild wolkige graue Flecken resultieren.
Der erste, der eine nach diesem Verfahren geätzte Platte auf Papier abdruckte, war nach heutigem Kenntnisstand Daniel Hopfer (Kaufbeuren 1471–1536 Augsburg). Sein "Christus als Schmerzensmann" ist die älteste in der Albertina verwahrte Eisenradierung und überhaupt eines der frühesten Beispiele für diese Technik.
Bibliography
  • AK The Renaissance of Etching - Frühe Radierung, Metropolitan Museum of Art, New York und Albertina, Wien 2019/20, S. 212 f., Kat. 99 (C. Jenkins)
  • Provenance
  • Prinz Eugen von Savoyen
  • Kaiserliche Hofbibliothek

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/437834/landschaft-in-einer-prunkrahmung-rahmen-der-venus-frustreeImage Request
    Last edited17.02.2025

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