Friedrich König, Fantasien aus der Hagengesellschaft, Inv. Nr.: 19257
Fantasien aus der Hagengesellschaft
Friedrich König, Fantasien aus der Hagengesellschaft, Inv. Nr.: 19257
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Fantasien aus der Hagengesellschaft

Friedrich König

um 1890




Künstler:in (Wien 1857 - 1941 Wien)
Dargestellt (Wien 1857 - 1941 Wien)
Dargestellt (Brünn 1861 - 1919 Wien)
Dargestellt (Oberhollabrunn 1859 - 1930 Wien)
Dargestellt (Wien 1863 - 1929 Wien)
Dargestellt (Österreich, 1861 - 1925)
Dargestellt (Wien 1862 - 1945 Wien)
Dargestellt (Wien 1863 - 1945 Wien)
Dargestellt (St. Pölten 1860 - 1917 St. Pölten)
Dargestellt (Křenov (Krönau) 1858 - 1926 Bad Gleichenberg)
Dargestellt (Wien 1862 - 1932 Wien)
Dargestellt (Maribor (Marburg) 1865 - 1932 Wien)
Dargestellt (Lviv (Lemberg) 1859 - 1913 Wien)
Dargestellt (Wien 1864 - 1941 Wien)
Dargestellt (Graz 1860 - 1936 Graz)
Dargestellt (Wien 1860 - 1948 Wien)
Dargestellt (Wien 1862 - 1938 Wien)
Dateum 1890
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesBleistift auf Papier
Dimensions20,9 × 30,2 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number19257
Inscribedauf dem Passepartout: links: "König", oben: "Stolba, Tichy, Reisinger, Sigmundt", rechts: "Müller", unten: "Stöhr, Nowak, Kasparides, Pippich, Lenz"
Text
Im Jahr 1905 stiftete die Hagengesellschaft der Albertina ein Konvolut von über 800 Zeichnungen. Zwar waren die ihr zugehörigen Künstler von der Bedeutung ihrer Vereinigung überzeugt, doch fand deren Rolle als entscheidende Wegbereiterin der Secession später oft wenig Beachtung. Immerhin vierzehn Mitglieder der Hagengesellschaft zählten 1897 zu den Begründern der neuen, progressiven Künstlervereinigung. Viele der verbliebenen Mitglieder formierten im Zusammenschluss mit weiteren Künstlern 1900 den Hagenbund. Die Mitglieder der Hagengesellschaft trafen sich ab 1880 regelmäßig, und schon bald wurden das Blaue Freihaus und das Café Sperl in der Gumpendorfer Straße ihre Stammlokale. Der Wirt des Blauen Freihauses war Josef Haagen, der namensgebend für die Ha(a)gengesellschaft wurde.

In geselliger Runde entstanden Zeichnungen voller Dynamik, meist sehr schnell aufs Papier geworfen, die die Künstler im Kaffeehaus oder als Karikaturen zeigen. Eine Reihe von Zeichenwettbewerben dokumentiert auf humorvolle Weise das „Vereinsleben“. Humor war allgegenwärtig. Viele Blätter lassen aber auch deutlich den Zug zum Jugendstil erkennen. Grotesken, Alltags- und Großstadtszenen entstanden ebenso wie idyllische Landschaften, und auch das Organ der Wiener Secession, die Zeitschrift Ver Sacrum, nahm immer wieder Anleihen bei den Mappen der Hagengesellschaft, um einzelne Zeichnungen in ihren Ausgaben abzubilden.

Die Hagengesellschaft war ein komplexes Netzwerk aus Freunden und Verwandten, dessen Stärke vor allem in seiner Heterogenität zu suchen ist. Die Mitglieder hatten so unterschiedliche Berufe wie Maler, Bildhauer, Fotograf, Architekt, Musiker, Komponist, Forscher, Bankbeamter, Finanzbeamter, Ingenieur, Richter, Journalist oder Cafetier. Entgegen bisher tradierten Erzählungen brach die Freundesrunde nicht durch die Gründung der beiden Künstlervereinigungen Secession und Hagenbund auseinander, sondern stand über Jahrzehnte in engem Kontakt und Austausch bis ungefähr 1950.

Bibliography
  • AK Heiliger Frühling. Gustav Klimt und die Anfänge der Wiener Secession 1895-1905, Albertina, Wien 1998/99, Nr. 3
  • Elisabeth Dutz / Ralph Gleis (Hg.), Die Wiener Bohème. Werke der Hagengesellschaft (Ausst. Kat. Albertina, Wien 2025), Wien 2025, S. 9 (Detail), Kat. 79 (S. 103)

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/89522/fantasien-aus-der-hagengesellschaftImage Request
    Last edited03.03.2026

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