Friedrich König, Wasmuth hilft Franz Jaschke, Inv. Nr.: 19203
Wasmuth hilft Franz Jaschke
Friedrich König, Wasmuth hilft Franz Jaschke, Inv. Nr.: 19203
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Wasmuth hilft Franz Jaschke

Friedrich König

1896




Künstler:in (Wien 1857 - 1941 Wien)
Dargestellt (Wien 1862 - 1910 Wien)
Date1896
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesBleistift und Aquarell auf Papier
Dimensions33,4 × 20,3 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number19203
Inscribedl.u. "König", m.o. "WASMUTH HILFT", r. unterhalb der M.: "Wasmuth Hühne../helfen sicher bitte sc./Vor Gebrauch der../heißt Franz Jasch../ lebend zu sehen g.."
Text
Im Jahr 1905 stiftete die Hagengesellschaft der Albertina ein Konvolut von über 800 Zeichnungen. Zwar waren die ihr zugehörigen Künstler von der Bedeutung ihrer Vereinigung überzeugt, doch fand deren Rolle als entscheidende Wegbereiterin der Secession später oft wenig Beachtung. Immerhin vierzehn Mitglieder der Hagengesellschaft zählten 1897 zu den Begründern der neuen, progressiven Künstlervereinigung. Viele der verbliebenen Mitglieder formierten im Zusammenschluss mit weiteren Künstlern 1900 den Hagenbund. Die Mitglieder der Hagengesellschaft trafen sich ab 1880 regelmäßig, und schon bald wurden das Blaue Freihaus und das Café Sperl in der Gumpendorfer Straße ihre Stammlokale. Der Wirt des Blauen Freihauses war Josef Haagen, der namensgebend für die Ha(a)gengesellschaft wurde.

In geselliger Runde entstanden Zeichnungen voller Dynamik, meist sehr schnell aufs Papier geworfen, die die Künstler im Kaffeehaus oder als Karikaturen zeigen. Eine Reihe von Zeichenwettbewerben dokumentiert auf humorvolle Weise das „Vereinsleben“. Humor war allgegenwärtig. Viele Blätter lassen aber auch deutlich den Zug zum Jugendstil erkennen. Grotesken, Alltags- und Großstadtszenen entstanden ebenso wie idyllische Landschaften, und auch das Organ der Wiener Secession, die Zeitschrift Ver Sacrum, nahm immer wieder Anleihen bei den Mappen der Hagengesellschaft, um einzelne Zeichnungen in ihren Ausgaben abzubilden.

Die Hagengesellschaft war ein komplexes Netzwerk aus Freunden und Verwandten, dessen Stärke vor allem in seiner Heterogenität zu suchen ist. Die Mitglieder hatten so unterschiedliche Berufe wie Maler, Bildhauer, Fotograf, Architekt, Musiker, Komponist, Forscher, Bankbeamter, Finanzbeamter, Ingenieur, Richter, Journalist oder Cafetier. Entgegen bisher tradierten Erzählungen brach die Freundesrunde nicht durch die Gründung der beiden Künstlervereinigungen Secession und Hagenbund auseinander, sondern stand über Jahrzehnte in engem Kontakt und Austausch bis ungefähr 1950.

Bibliography
  • AK Heiliger Frühling. Gustav Klimt und die Anfänge der Wiener Secession 1895-1905, Albertina, Wien 1998/99, Nr. 30
  • Elisabeth Dutz / Ralph Gleis (Hg.), Die Wiener Bohème. Werke der Hagengesellschaft (Ausst. Kat. Albertina, Wien 2025), Wien 2025, Kat. 80 (S. 104)

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/89596/wasmuth-hilft-franz-jaschkeImage Request
    Last edited12.03.2026