Friedrich König, Ein Reicher und ein Armer, Inv. Nr.: 19183
Ein Reicher und ein Armer
Friedrich König, Ein Reicher und ein Armer, Inv. Nr.: 19183
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Ein Reicher und ein Armer

Friedrich König




Künstler:in (Wien 1857 - 1941 Wien)
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesBleistift
Dimensions19,4 × 24,6 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number19183
Inscribedl. u. "Ein Reicher u. ein Armer / Wer sollt ... mehr dabarmen ? / Keinem wenn man sich recht vertieft / Denn sie san ja nur aus Bleistift"
Text
Im Jahr 1905 stiftete die Hagengesellschaft der Albertina ein Konvolut von über 800 Zeichnungen. Zwar waren die ihr zugehörigen Künstler von der Bedeutung ihrer Vereinigung überzeugt, doch fand deren Rolle als entscheidende Wegbereiterin der Secession später oft wenig Beachtung. Immerhin vierzehn Mitglieder der Hagengesellschaft zählten 1897 zu den Begründern der neuen, progressiven Künstlervereinigung. Viele der verbliebenen Mitglieder formierten im Zusammenschluss mit weiteren Künstlern 1900 den Hagenbund. Die Mitglieder der Hagengesellschaft trafen sich ab 1880 regelmäßig, und schon bald wurden das Blaue Freihaus und das Café Sperl in der Gumpendorfer Straße ihre Stammlokale. Der Wirt des Blauen Freihauses war Josef Haagen, der namensgebend für die Ha(a)gengesellschaft wurde.

In geselliger Runde entstanden Zeichnungen voller Dynamik, meist sehr schnell aufs Papier geworfen, die die Künstler im Kaffeehaus oder als Karikaturen zeigen. Eine Reihe von Zeichenwettbewerben dokumentiert auf humorvolle Weise das „Vereinsleben“. Humor war allgegenwärtig. Viele Blätter lassen aber auch deutlich den Zug zum Jugendstil erkennen. Grotesken, Alltags- und Großstadtszenen entstanden ebenso wie idyllische Landschaften, und auch das Organ der Wiener Secession, die Zeitschrift Ver Sacrum, nahm immer wieder Anleihen bei den Mappen der Hagengesellschaft, um einzelne Zeichnungen in ihren Ausgaben abzubilden.

Die Hagengesellschaft war ein komplexes Netzwerk aus Freunden und Verwandten, dessen Stärke vor allem in seiner Heterogenität zu suchen ist. Die Mitglieder hatten so unterschiedliche Berufe wie Maler, Bildhauer, Fotograf, Architekt, Musiker, Komponist, Forscher, Bankbeamter, Finanzbeamter, Ingenieur, Richter, Journalist oder Cafetier. Entgegen bisher tradierten Erzählungen brach die Freundesrunde nicht durch die Gründung der beiden Künstlervereinigungen Secession und Hagenbund auseinander, sondern stand über Jahrzehnte in engem Kontakt und Austausch bis ungefähr 1950.


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Last edited16.03.2026