Ludwig Sigmundt, Maler Maximilian Lenz, Inv. Nr.: 19595
Maler Maximilian Lenz
Ludwig Sigmundt, Maler Maximilian Lenz, Inv. Nr.: 19595
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Maler Maximilian Lenz

Ludwig Sigmundt

um 1893




Künstler:in (Graz 1860 - 1936 Graz)
Dargestellt (Wien 1860 - 1948 Wien)
Dateum 1893
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesBleistift auf Papier
Dimensions13,6 × 9,1 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number19595
Signedr. u. "L. Sigmundt"
Text
Im Jahr 1905 stiftete die Hagengesellschaft der Albertina ein Konvolut von über 800 Zeichnungen. Zwar waren die ihr zugehörigen Künstler von der Bedeutung ihrer Vereinigung überzeugt, doch fand deren Rolle als entscheidende Wegbereiterin der Secession später oft wenig Beachtung. Immerhin vierzehn Mitglieder der Hagengesellschaft zählten 1897 zu den Begründern der neuen, progressiven Künstlervereinigung. Viele der verbliebenen Mitglieder formierten im Zusammenschluss mit weiteren Künstlern 1900 den Hagenbund. Die Mitglieder der Hagengesellschaft trafen sich ab 1880 regelmäßig, und schon bald wurden das Blaue Freihaus und das Café Sperl in der Gumpendorfer Straße ihre Stammlokale. Der Wirt des Blauen Freihauses war Josef Haagen, der namensgebend für die Ha(a)gengesellschaft wurde.

In geselliger Runde entstanden Zeichnungen voller Dynamik, meist sehr schnell aufs Papier geworfen, die die Künstler im Kaffeehaus oder als Karikaturen zeigen. Eine Reihe von Zeichenwettbewerben dokumentiert auf humorvolle Weise das „Vereinsleben“. Humor war allgegenwärtig. Viele Blätter lassen aber auch deutlich den Zug zum Jugendstil erkennen. Grotesken, Alltags- und Großstadtszenen entstanden ebenso wie idyllische Landschaften, und auch das Organ der Wiener Secession, die Zeitschrift Ver Sacrum, nahm immer wieder Anleihen bei den Mappen der Hagengesellschaft, um einzelne Zeichnungen in ihren Ausgaben abzubilden.

Die Hagengesellschaft war ein komplexes Netzwerk aus Freunden und Verwandten, dessen Stärke vor allem in seiner Heterogenität zu suchen ist. Die Mitglieder hatten so unterschiedliche Berufe wie Maler, Bildhauer, Fotograf, Architekt, Musiker, Komponist, Forscher, Bankbeamter, Finanzbeamter, Ingenieur, Richter, Journalist oder Cafetier. Entgegen bisher tradierten Erzählungen brach die Freundesrunde nicht durch die Gründung der beiden Künstlervereinigungen Secession und Hagenbund auseinander, sondern stand über Jahrzehnte in engem Kontakt und Austausch bis ungefähr 1950.

Bibliography
  • Elisabeth Dutz / Ralph Gleis (Hg.), Die Wiener Bohème. Werke der Hagengesellschaft (Ausst. Kat. Albertina, Wien 2025), Wien 2025, Kat. 50 (S. 78)

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/90063/maler-maximilian-lenzImage Request
    Last edited19.03.2026

    Ludwig Sigmundt, Lenz bei der Musterung, Inv. Nr.: 19598
    Ludwig Sigmundt
    um 1893
    Ludwig Sigmundt, Maler Hampel beim Zeichnen, Inv. Nr.: 19103
    Ludwig Sigmundt
    um 1890
    Ludwig Sigmundt, Maler Karl Pippich, Inv. Nr.: 19586
    Ludwig Sigmundt
    um 1893
    Ludwig Sigmundt, Die Maler als Athleten, Inv. Nr.: 19603
    Ludwig Sigmundt
    um 1890
    Ludwig Sigmundt, Maler Fechter, Inv. Nr.: 19589
    Ludwig Sigmundt
    Ludwig Sigmundt, Maler Krämer, Inv. Nr.: 19587
    Ludwig Sigmundt
    Friedrich König, Maler Lenz mit Flasche, Inv. Nr.: 19236
    Friedrich König
    Friedrich König, Maler Lenz als Pascha, Inv. Nr.: 19162
    Friedrich König
    Johann Victor Krämer, Maximilian Lenz beim Zeichnen, Inv. Nr.: 19348
    Johann Victor Krämer