Lambach in Oberösterreich (Guckkastenblatt)
Jakob Alt
1838
Das Aquarell zeigt den Blick von Stadl-Paura über die Traun auf das 1056 gegründete Benediktinerstift Lambach. Die romanische Stiftskirche (1089 geweiht) wurde um 1430 gotisiert und zwischen 1652 und 1656 durch einen barocken Neubau ersetzt. Erhalten geblieben ist der romanische Westchor, wo 1868 und 1957 Wandmalereien aus dem letzten Drittel des 11. Jahrhunderts entdeckt wurden.
Alt verknüpfte die Ansicht des Klosters mit einem Hinweis auf die für die Region typische Salzschifffahrt: In Stadl-Paura lagen vier der zahlreichen Schiffsbauplätze entlang der Traun, die Zillen für den Salztransport von Hallstatt zur Donau herstellten. Das schwarz gestreifte Boot rechts transportiert so genannte "Kipfen" (gekrümmte Wurzel-Stammstücke von jungen Fichten oder Tannen), die von der Gilde der "Kipfengraber" in Wäldern ausgegraben wurden und beim Schiffsbau als Verstrebungen dienten. Auch für das Stift war die Salzschifffahrt von großer wirtschaftlicher Bedeutung, denn der jeweilige Abt war seit 1289 der Grundherr der Salzlager von Stadl-Paura.
AK: Jakob und Rudolf von Alt, Im Auftrag des Kaisers, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder und Maria Luise Sternath, Bad Vöslau 2010, S. 114, Abb. 55.
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