Blick auf Rom (Guckkastenblatt)
Jakob Alt
1837
Der herrliche Blick vom Pincio mit seinen Villen und Gärten über Rom war bei Künstlern der beliebteste. Alt hat den panoramatischen Ausblick über das dichte Häusermeer, der rechts bis zur Kuppel des Petersdoms reicht, im Vordergrund mit der idyllischen, von Spaziergängern belebten Parkanlage kombiniert.
Die Sehenswürdigkeiten von Rom und Tivoli – antike Bauten, heilige Stätten, Plätze und Bauten in großartiger Natur – waren seit dem 15. Jahrhundert Gegenstand vieler Tausender Darstellungen. Stiche von #Giovanni Battista Falda (um 1640–1678), #Giovanni Battista Piranesi (1720–1778), #Giuseppe Vasi (1710–1782) und anderen oder auch Ölbilder von #Giovanni Paolo Panini (1691–1765) schmückten Häuser in ganz Europa. Die Auswahl für die Guckkastenbilder bewegt sich im Rahmen der Standardmotive, höchstens die Hauptfassaden der beiden Maria und Johannes geweihten Patriarchalbasiliken (Inv. 22593 und Inv. 22556) sind etwas seltener.
Der Blick auf Rom vom Pincio im Osten war, seit sich das Marsfeld ab dem späten 16. Jahrhundert mit Bauten füllte, der beliebteste, den schon #Israël Silvestre (1621–1691) um die Mitte des 17. Jahrhunderts gezeigt hatte. Später bekam dieser Ausblick auf die Stadt Konkurrenz durch jenen vom jenseits des Tibers gelegenen Gianicolo-Hügel, der auf Vasis berühmtem Rom-Panorama von 1765 zu sehen ist. Beim Blick vom Pincio wird der Standpunkt gewöhnlich näher bei der Villa Medici eingenommen; hier muss er schon fast bei der Piazza del Popolo gelegen haben (der idyllische Garten ist wohl der Fantasie des Malers entsprungen). Nur wenige markante Bauwerke seien benannt: Links angeschnitten befindet sich die Villa Medici, neben der großen Zypresse Santissima Trinità dei Monti, gefolgt vom Quirinalspalast; in der Bildmitte, näher an den Betrachter herangerückt, ist Sant’Atanasio dei Greci an der Via del Babuino zu erkennen, rechts dahinter San Carlo al Corso und – am selben Straßenzug gelegen – San Giacomo degli Incurabili. Gleich anschließend folgen– in schneller Tiefenflucht – die Engelsburg und endlich St. Peter.
AK: Jakob und Rudolf von Alt, Im Auftrag des Kaisers, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder und Maria Luise Sternath, Bad Vöslau 2010, S. 78, Abb. 32.
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