Tivoli (Guckkastenblatt)
Rudolf von Alt
1836
Der auf einem Felsvorsprung über der Kaskade und der Grotte des Aniene am Rand der Stadt stehende Rundtempel war seit dem 16. Jahrhundert besonders bei Künstlern aus dem Norden das beliebteste Motiv aus der Umgebung Roms, vereinigte es doch wie kein zweites spektakuläre Natur und ein seltenes antikes Bauwerk. Allerdings wurde der Bau vor dem späten 18. Jahrhundert weniger in seiner natürlichen landschaftlichen Umgebung wiedergegeben, sondern entweder aus der Nähe aufgenommen oder in einer großartige Fantasielandschaft versetzt. Gerade im Jahrzehnt vor der Entstehung von Alts Aquarell waren mehrere druckgrafische Darstellungen erschienen, darunter eine von #Luigi Rossini (1790–1857). Ein Hochwasser hatte 1826 große Schäden angerichtet und umfangreiche Restaurierungsarbeiten zur Folge gehabt. Das ursprünglich 18-säulige Bauwerk aus spätrepublikanischer Zeit, an dem zehn Säulen erhalten geblieben sind, wurde gewöhnlich als Sibyllentempel bezeichnet, war aber wahrscheinlich der Vesta geweiht.
AK: Jakob und Rudolf von Alt, Im Auftrag des Kaisers, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder und Maria Luise Sternath, Bad Vöslau 2010, S. 89, Abb. 39.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/90323/tivoli-guckkastenblattImage Request