Eduard Gurk, Der Eisenbahnviadukt in Brünn (Guckkastenblatt), Inv. Nr.: 22660
Der Eisenbahnviadukt in Brünn (Guckkastenblatt)
Eduard Gurk, Der Eisenbahnviadukt in Brünn (Guckkastenblatt), Inv. Nr.: 22660
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Der Eisenbahnviadukt in Brünn (Guckkastenblatt)

Eduard Gurk

um 1839




Der Bestand der "Guckkastenblätter" umfasst insgesamt 281 Blätter, 227 davon befinden sich in der Albertina. Sie waren für die Betrachtung durch ein optisches Gerät vorgesehen. Hierbei sollte durch einen Hohlspiegel und eine differenzierte Beleuchtung eine besondere Seherfahrung erreicht werden. Die Darstellungen wurden von den Künstlern Eduard, Gurk, Leander Russ, Jakob Alt und seinem Sohn Rudolf von Alt im Auftrag von Kaiser Ferdinand I. ausgeführt. Sie zeigen vor allem Veduten und Naturschönheiten aus dem Reich der Habsburger Monarchie, aber auch Ansichten von Italien und dem Orient (weiterführende Informationen in: Jakob und Rudolf von Alt. Im Auftrag des Kaisers, AK Albertina 2010).


Ein mächtiges Eisenbahnviadukt prägt das Panorama von Brünn (Brno), der Hauptstadt Mährens. Die Stadt selbst erscheint verkleinert in der Ferne, mit der Festung Spielberg (Špilberk) und der markanten St.-Peter-und-Paul-Kathedrale (noch ohne die erst 1901–1909 hinzugefügten neugotischen Türme). Die Eisenbahn veränderte im 19. Jahrhundert nicht nur die Mobilität von Gütern und Personen, sondern auch Landschaften und Städte. Ab 1837 wurde zur Verbindung Wiens mit den Bergbaugebieten in Nordmähren, Schlesien und Galizien die erste Dampfeisenbahnlinie des Kaisertums Österreich errichtet, die zu Ehren Ferdinands I. »Kaiser-Ferdinand-Nordbahn« genannt wurde. Bereits im Juli 1839 war die Strecke bis Brünn fertiggestellt.



Künstler:in (Wien 1801 - 1841 Jerusalem)
Dateum 1839
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesAquarell (Spuren einer Bleistiftvorzeichnung)
DimensionsPassepartoutausschnitt: 45,2 x 57,3 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number22660
Text

Das Aquarell mit dem Eisenbahnviadukt zu Brünn ist innerhalb der Guckkastenserie das vielleicht markanteste Beispiel für die Strukturierung einer Vedute durch ein technisches Bauwerk. Seine fast bis zum Horizont reichenden arkadenartigen Substruktionen demonstrieren die im Jahr 1839 – also praktisch zeitgleich mit der Entstehung der Ansicht – erfolgte Anbindung der Hauptstadt Mährens an die Österreichische Nordbahn. Mit Hilfe dieses kompositionellen Kunstgriffs wird das Auge des Betrachters am Viadukt entlang geführt, um dann ausgehend vom rechten Mittelgrund über die markante Silhouette der im 15. Jahrhundert errichteten St. Peter- und Paulskathedrale, die hier noch nicht die beiden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts hinzugefügten neogotischen Türme aufweist, bis zur berüchtigten Festung Spielberg, dem Staatsgefängnis der Monarchie, weitergeleitet zu werden.

AK: Jakob und Rudolf von Alt, Im Auftrag des Kaisers, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder und Maria Luise Sternath, Bad Vöslau 2010, S. 107, Abb. 52.

Bibliography
  • AK Wien 1978 a, Nr. 115, Abb. S. 77
  • Koschatzky 1991, S. 75, Nr. 157, Abb. S. 66, S. 236, Taf. 80
  • AK Prag 2008, Biedermeier, Nr. 100, S. 106
  • AK Albertina 2010, Nr. 52 (W. Telesko)
  • AK: Jakob und Rudolf von Alt, Im Auftrag des Kaisers, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder und Maria Luise Sternath, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2010, S.106-107 Abb.52
  • Provenance
  • Familien-Fideikommiss-Bibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/90563/der-eisenbahnviadukt-in-brunn-guckkastenblattImage Request
    Last edited06.05.2026

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