Leander Russ, Die Grabeskirche in Jerusalem (Guckkastenblatt), Inv. Nr.: 22752
Die Grabeskirche in Jerusalem (Guckkastenblatt)
Leander Russ, Die Grabeskirche in Jerusalem (Guckkastenblatt), Inv. Nr.: 22752
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Die Grabeskirche in Jerusalem (Guckkastenblatt)

Leander Russ

1842




Der Bestand der "Guckkastenblätter" umfasst insgesamt 281 Blätter, 227 davon befinden sich in der Albertina. Sie waren für die Betrachtung durch ein optisches Gerät vorgesehen. Hierbei sollte durch einen Hohlspiegel und eine differenzierte Beleuchtung eine besondere Seherfahrung erreicht werden. Die Darstellungen wurden von den Künstlern Eduard, Gurk, Leander Russ, Jakob Alt und seinem Sohn Rudolf von Alt im Auftrag von Kaiser Ferdinand I. ausgeführt. Sie zeigen vor allem Veduten und Naturschönheiten aus dem Reich der Habsburger Monarchie, aber auch Ansichten von Italien und dem Orient (weiterführende Informationen in: Jakob und Rudolf von Alt. Im Auftrag des Kaisers, AK Albertina 2010).


Künstler:in (Wien 1809 - 1864 Kaltenleutgeben)
Date1842
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesAquarell, Deckweiß- und Goldhöhungen (Spuren einer Bleistiftvorzeichnung)
DimensionsPassepartoutausschnitt: 40,5 x 53,8 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number22752
Inscribedl.u. "Jerusalem"
Signedr.u. "Leander Russ 1842."
Text

Neben der Ansicht des Hafens von Beirut (Inv. 22753) und jener von Bethlehem (Inv. 22751) zählt dieses Aquarell zu jenen Guckkastenblättern, die ferne Städte außerhalb der Monarchie zum Thema haben: Die Grabeskirche von Jerusalem wurde im dritten Viertel des 4. Jahrhunderts über dem Grab Jesu Christi und auf dem Golgothahügel – dem Ort der Kreuzigung – errichtet. Das Aquarell zeigt den von Betenden bevölkerten Vorhof zur Kirche mit dem halb verfallenen Glockenturm und der Fassade des südlichen Querschiffs, dessen spitzbogig überwölbtes (nun zum Teil vermauertes) Doppelportal als Haupteingang diente.
Die im Lauf ihrer wechselvollen Geschichte mehrfach erweiterte und zerstörte Grabeskirche bot Leander Russ ein reizvolles Motiv. Dem Künstler ist es hier gelungen, das Spiel von Licht und Schatten auf dem vielfach strukturierten Mauerwerk vor dem strahlend blauen Himmel auf meisterhafte Weise einzufangen. Ob die Darstellung auf eigener Anschauung basiert – Russ war 1833 im Gefolge des Diplomaten #Anton Graf Prokesch in den Orient gereist, jedoch ist von ihm keine Reise ins Heilige Land dokumentiert – oder ob der Künstler sich hier auf grafische Vorlagen stützte, bleibt offen.

AK: Jakob und Rudolf von Alt, Im Auftrag des Kaisers, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder und Maria Luise Sternath, Bad Vöslau 2010, S. 173, Abb. 95.

Bibliography
  • Koschatzky 1991, S. 75, Nr. 172, Abb. S. 67
  • AK Albertina 2010, Nr. 95 (E. Michel)
  • AK: Jakob und Rudolf von Alt, Im Auftrag des Kaisers, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder und Maria Luise Sternath, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2010, S.173 Abb.95
  • Provenance
  • Familien-Fideikommiss-Bibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen

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    Last edited05.05.2026