Johann Adam Klein, Albrecht Dürers Haus in Nürnberg, Inv. Nr.: 5573
Albrecht Dürers Haus in Nürnberg
Johann Adam Klein, Albrecht Dürers Haus in Nürnberg, Inv. Nr.: 5573
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Albrecht Dürers Haus in Nürnberg

Johann Adam Klein

1815




Das Blatt dürfte gleichzeitig mit der annähernd formatgleichen Vorlage zu #Erhards Radierung von 1816 entstanden sein, die von ihm nur geringfügig, durch einen etwas nach rechts gerückten Standpunkt und eine leicht variierte Staffage, abweicht. Dadurch wird links vom Dürerhaus noch ein zweites Nachbarhaus und in der Straßenflucht ein runder Turm sichtbar, während sich die Stadtmauer mit dem Laubengang rechts stärker verkürzt. Das Fuhrwerk erscheint größer und kommt aus der Seitengasse heraus. Anstelle der beiden Frauen vorne sind zwei Kinder gegeben; anstelle der korbtragenden Frau beim Dürerhaus erscheint ein Mann mit Kittel, Hut und weißen Stutzen (Maße der Radierung: 160x216 mm; bez: "Nach der Natur gez. v. J. A. Klein 1815", "Geäzt v. J.C. Erhard 1816", "Albrecht Dürers Haus in Nürnberg"; Apell 1866, Nr.17; Albertina-Exemplar D III 53, fol. 59).
Eine zweite Fassung, möglicherweise auch als Kopie zu sehen, besitzt die Bamberger Staatsbibliothek (Abb. 28 in AK Nürnberg 1992, S. 37; vgl. Inv. Nr. 5572).


Künstler:in (Nürnberg 1792 - 1875 München)
Date1815
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesBleistift, Aquarell
Dimensions16,2 x 20,7 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number5573
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
WatermarkWasserzeichen
Text

Das rückseitig aufgeklebte Handschreiben (Maße: 25 x 20,9 cm) ist eine recht getreue Kopie nach einem Original Albrecht Dürers vom Herbst 1526, das der Künstler an den Nürnberger Rat gerichtet hat. Der Kopist ist unbekannt und das Blatt wird auch in den historischen Sammlungsinventaren nicht erwähnt. Dürers Autograph befindet sich im Staatsarchiv Nürnberg und wurde u. a. 1956 von Hans Rupprich ausführlich publiziert (Dürer. Schriftlicher Nachlass, Bd. 1, Berlin 1956, S. 117, Nr. 59, mit Abb. 38). In dem Schreiben ist die Rede von einer Tafel, für die Dürer „mer fleis dan ander gemel gelegt“ habe und die er „zu einer gedechtnus“, also zu seinem eigenen Andenken dem Rat zu schenken gedenke – gemeint sind die berühmten Vier Apostel. Am 5. Oktober wird beschlossen, Dürers Gesuch (das vorliegende Schreiben) dem gesamten Rat vorzulegen und bereits am 6. Oktober wird die Schenkung gegen eine Verehrung von 100 Gulden an ihn, 12 an Dürers Frau und 2 an seinen Diener angenommen. – Siehe zum Schenkungsvorgang des Jahres 1526 ausführlich Gisela Goldberg, Bruno Heimberg und Martin Schawe, Albrecht Dürer. Die Gemälde der Alten Pinakothek, Heidelberg 1998, S. 519–520, 551, Dok. 1–5.

 

Nachfolgend der Brieftext im Wortlaut:

 

Fürsichtig Erber weis lieb herren die weil jch for lengst geneigt

wer gewest E[wer] w[eisheit] mit meinem kleinwirdigen gemel

zu einer gedechtung zu fererin [im Original: fereren], hab jch doch solchs aus mangel

meiner gering scheczigen werck vnderlassen müesen dieweil

Jch gewüst . das jch mit den selben for E[wer] w[eisheit] nit gantz wöl

het müegen besten. Nach dem jch aber diese vergangen

zeit ein thafel gemalt, vnd darauf mer fleis dan ander

gemel gelegt hab, acht jch nÿemant wirdiger, die zu

einer gedechtnus zu behalten dan E[wer] w[eisheit] derhalb jch

auch die selben hie mit ferer . vnderthenigs vleis pittent

die wölle diese mein kleine schenck gefellig vnd

günstlich anemen, vnd mein gönstig lieb herren

wie biesher jch albeg gefunden hab, sein vnd beleiben

Das will jch mit aller vnderthenikeit vm euer weisheit

zu ferdienen geflissen sein.

 

Eüer weisheit

 

Vndertheniger

Albrecht Dürer

Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/18955/albrecht-durers-haus-in-nurnbergImage Request
    Last edited22.02.2016