Der Kirtag von St. Georg, Inv. Nr.: DG1955/139
Der Kirtag von St. Georg
Der Kirtag von St. Georg, Inv. Nr.: DG1955/139
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Der Kirtag von St. Georg

Pieter Bruegel d. Ä.

um 1559




Schöpfer:in der Vorlage ((Breda?) 1526/27 - 1569 Brüssel)
Stecher:in (Niederlande, Wirkungszeit 1551 - 1606)
Stecher:in (Deventer vor 1550 - vor 1589)
Verleger:in (Antwerpen 1518 - 1570 Antwerpen)
Dateum 1559
Object TypeDruckgraphik
Object typePrint
Materials / TechniquesRadierung und Kupferstich
DimensionsBlatt: 33,5 x 52,5 cm
Platte: 32,9 x 51,7 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object numberDG1955/139
Edition1. Zustand
SignedM.u. ". H . COCK EXCVDBAT"; r.u. "BRVEGEL INVENTOR"; auf Fahne r. "laet di boeren haer kermis houuen"; auf Schild r. "dit is in die kro"
Im Kontext der Sammlung
Mit der Radierung hielten Physik und Chemie Einzug in die Kunsttechnik. Das Verfahren mit dem so eigenartigen Namen – es hat nicht mit Radieren im geläufigen Sinn zu tun – zählt zu den Tiefdruckverfahren, bei denen die zu druckenden Linien in die metallenen Druckformen (Eisen oder Kupfer) eingetieft werden. Bei der Radierung geschieht das mithilfe einer Säure. Das Prinzip der Radierung besteht darin, diejenigen Bereiche, die im Säurebad nicht angegriffen werden sollen, mit einem säureresistenten Ätzgrund zu bedecken. Das sog. Ätzwasser (etwa Essig- oder Salpetersäure) greift offen liegenden Partien an, die vom Ätzgrund abgedeckten Bereiche bleiben intakt. Für die Radierung wird nun der Ätzgrund mittels einer Nadel angeritzt – im Deutschen: radiert (engl. erased) –, so dass entlang dieser Linien die Metalloberfläche wieder freiliegt und an eben diesen Stellen die Säure einwirken kann.
Der oft spontane Duktus des Strichbildes einer Radierung steht der Anmutung einer Zeichnung näher als andere Hoch- und Tiefdruckverfahren, was ihre zunehmende Beliebtheit erklärt, bis sie im 18. Jahrhundert alle übrigen druckgrafischen Techniken dominierte.
Wie viele bahnbrechende Erfindungen bietet die Radierung Vor-, aber auch Nachteile: Sie ist, da die Radiernadel wie ein Stift geführt werden kann, wesentlich schneller und Kräfte sparender auszuführen als der mit unterschiedlichen Sticheln vorzubereitende Kupferstich. Der Nachteil sind die durchwegs gleichartigen und bei genauem Hinsehen stumpf ausgefransten Linien, die, wenn sie allzu dicht beieinanderliegen, jede noch so gelungene Komposition verunklären können. Bei Eisenradierungen besteht außerdem die Gefahr der allmählichen Plattenkorrosion, aus der im Druckbild wolkige graue Flecken resultieren.
Der erste, der eine nach diesem Verfahren geätzte Platte auf Papier abdruckte, war nach heutigem Kenntnisstand Daniel Hopfer (Kaufbeuren 1471–1536 Augsburg). Sein "Christus als Schmerzensmann" ist die älteste in der Albertina verwahrte Eisenradierung und überhaupt eines der frühesten Beispiele für diese Technik.
Catalogue raisonné
  • Bastelaer 207.A
  • Hollstein Dutch & Flemish III.300.207.I
  • New Hollstein Dutch & Flemish (Bruegel) 103.42 I
  • Bibliography
  • AK Pieter Bruegel the Elder, Nadine Orenstein (Hg.), Metropolitan Museum, New York/Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam 2001, Kat. 79 (zu Exemplar in anderer Sammlung)
  • AK Painted Prints, Susan Dackerman (Hg.), The Baltimore Museum of Art, Baltimore/Saint Louis Museum of Art, St. Louis 2002, Kat. 27 (zu koloriertem Exemplar in anderer Sammlung)
  • M. Sellink: Bruegel. The Complete Paintings, Drawings and Prints, New York 2011, Kat. 78 (zu Exemplar in anderer Sammlung)
  • Silver 2011, S. 309, Abb. 263 (zu Exemplar in anderer Sammlung)
  • AK Hieronymus Cock. The Renaissance in Print, Joris van Grieken/Ger Luijten/Jan van der Stock (Hg.), M - Museum, Leuven/Institut Néerlandais, Paris 2013, Kat. 72 (zu Exemplar in anderer Sammlung)
  • AK Pieter Bruegel, Ingrid Mössinger/Jürgen Müller (Hg.), Kunstsammlung Chemnitz, München 2014, Kat. 53 (zu Exemplar in anderer Sammlung)
  • AK De ontdekking van het dagelijkse leven. Van Bosch tot Bruegel, Peter Van der Coelen/Friso Lammertse (Hg.), Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam 2015, S. 214, Abb. 198 (zu Exemplar in Brüssel, Inv. S II 80368)
  • Eva Michel (Hg.), Pieter Bruegel. Das Zeichnen der Welt (Kat. Ausst. Albertina, Wien, 2017), München 2017, S. 80

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/122088/der-kirtag-von-st-georgImage Request
    Last edited27.01.2020