Drei schlanke Bäume vor einem Bach
Claude Gellée gen. Claude Lorrain
1640-45
Die ebenfalls nahezu monochrom angelegte Naturstudie bezieht ihre intensive malerische Wirkung allein aus dem Zusammenspiel von braunem Farbton, hellem Papiergrund und schwarzer Kreide in ihren vielfältigsten Nuancierungen. Subtile Abstufungen und weite, lichtdurchlässige Lavierungen tragen zu der weichen atmosphärischen Stimmung des Blattes bei, das zwischen 1640 und 1645 datiert wird (Röthlisberger a.a.O; Knab,Widauer a.a.O.). Röthlisberger zieht in diesem Zusammenhang eine etwas früher, um 1635, entstandene Zeichnung in Haarlem (Röthlisberger 1968, Nr.98) zum Vergleich heran, die annähernd das gleiche Motiv einer Wasserfläche zwischen bildfüllenden, schlank aufwachsenden Bäumen im Vordergrund und einem Waldstück zeigt, jedoch in Komposition und Ausführung noch nicht die Reife des Albertinablattes aufweist. Die Gliederung in drei Raumebenen ist hier schärfer akzentuiert, was vor allem auf die Verwendung unterschiedlicher Zeichenmaterialien und Farbigkeiten zurückzuführen ist: Die dunklen, hauptsächlich in Braun wiedergegebenen Silhouetten der Baumgruppe im Vordergrund ergeben einen wirkungsvollen Kontrast zu Fluß und Waldstück, die mit Hilfe zart verschwimmender Kreidestriche in die Ferne gerückt scheinen.
A Quintessence of Drawing, Masterworks from the Albertina, New York, Solomon R.Guggenheim Museum, 1997, Nr. 46.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/12815/drei-schlanke-baume-vor-einem-bachImage Request