Entwurf für das Grabmal des Lorenzo de'Medici
Battista da Sangallo gen. il Gobbo
Wickhoff vermutete in der Vorderseite einen Entwurf Michelangelos für das Grabmal des Lorenzo de'Medici. Clapp verglich die Vorderseite mit Pontormos Skizze der Uffizien (Inv. Nr. 6594 Rs.; F. M. Clapp, Les Dessins de Pontormo, Paris 1914, p. 174). Berenson hielt sie für einen Konkurrenzentwurf Sangallos für das Grabmal, die Rückseite für die Kopie eines Entwurfes von Sansovino für einen Brunnen für die Casa Altoviti. Wilde sah in der Vorderseite eine Kopie des 16. Jahrhunderts nach Michelangelos Grabmalentwurf im British Museum (Inv. Nr. 1859-5-14-823; Wilde 1953, Nr. 27A) und Schwarzenberg die Kopie nach einem Kamin des Sansovino im Palazzo Altoviti, in der Rückseite eine freie Wiedergabe aus dem zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts der Statue in der Farnesina. Die Schrift bedeutet Jacopo delto (San)sovino in casa gli Altoviti. Die Grundstücke der Chigi und Altoviti waren Nachbarn in der Via della Lunghara (am Ufer des Tiber) in Rom. Lilius hat ferner darauf hingewiesen, dass die Rückseite, die u.a. auch Giulio Romano zugeschrieben wurde, von diesem zumindest als Vorbild verwendet wurde, etwa für die "Geburt der Venus" und die Schmalseite der Sala degli Stucchi des Palazzo deI Te. Nach Bober/Rubinstein befand sich die antike Psyche-Statue seit den 1520er Jahren im Garten der Farnesina des Agostini Chigi; nach Canedy gelangte sie nach 1572 in die Villa d'Este in Clotho; heute ist die antike Psyche-Statue in den Kapitolinischen Museen in Rom.
zitiert aus: Veronika Birke, Janine Kertész, Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis, I, Wien/Köln/Weimar 1992, S. 59, Inv. 111.
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