Brief von Egon Schiele an Franz Hauer vom 13. August 1913
Egon Schiele
13. August 1913
Wohnen kann man gut und billig; der See | hat immer 18-22° also höchst an- | genehm. Wo ich mit meiner Mutter | und Schwester bin, ist ein Bauernhaus | von wo man über den ganzen See | sieht. Gestern entdeckte ich reizende | Blockbauernhäuser und Mühlen die | ich malen werde. Auch sieht man viel | primitive Kunst wenn man sucht. | Die Ausflüge nach dem Faakersee am | Fuße der Karawanken und nach Tarvis | 810 m über dem Meer. – Die Farben in | den Häusern sind glühend, weißlich, die | Sonne ist so stark. Blau neben rot. | Bleiben Sie schon in Wien? – Kommen | Sie auf ein paar Tage her. Der Schnellzug | kostet III. [Klasse] von Wien Südbahnh[of]. 735 Früh | an Villach 400 nachm. [nachmittags] 18 K. [Kronen] 60 h [Heller] man | ißt im Speisewagen. Die Zimmer in den | Gasthöfen sind ganz gewöhnlich mit den | Preisen. Kommen Sie! Auf Wiedersehn. | Herzlichste Grüße | Egon Schiele.
[linke Seite Absender:] Egon Schiele | Sattendorf am Ossiachersee | Kärnten | Tommelebauer.
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