Brief von Egon Schiele an Anton Peschka vom 29. August 1911
Egon Schiele
29. August 1911
August 1911. | Lieber A. P. [Anton Peschka] die Wohnung in Neulengbach ist appetitlich. | Ich war vorige Woche bei O. WAGNER der natürlich | sehr freundlich mit mir war und mir 20 K[ronen] für nichts | gab; bei ihm war der Landtag [Abgeordneter] Sturm, Du | weißt ein maßgebendes Tier, mit dem ich bekannt | wurde und zu dem ich mit Blättern gehen soll. | – Ich gehe morgen um 11h zum Zahnarzt, sollst Du | den Brief schon haben bis vorher, so komme sicher | um ½ 12h zum Zahnarzt, damit wir nach | Hetzendorf (vielleicht) fahren. Ist der Brief erst | abends dort, so komme ich zu Dir um 5-6h, | Du mußt sicher zu Haus sein. Herzliche Grüße | Egon Schiele. |
Ich möchte in's Apollotheater gehen. – habe mit Ida [Roessler] | gesprochen. – Vom Buchberg bei Neulengbach | übersieht man das herrlichste Felderland das | ich kenne, was man vom Krummauer Turm | an Häusern sieht, sieht man dort an Feldern. | – Ein Tivoli für Neulengbach hab ich entdeckt, | ein Kafe [sic] mit Namen "Fichtenhof" [Anm.: Wienerstraße 90, Neulengbach]. Sonst | viel Neues!
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