Der Schimmel "Gazelle"
Henri de Toulouse-Lautrec
1881
Infolge seines langen Krankenlagers in den Jahren 1878/79 aufgrund komplizierter Knochenbrüche, die zur Verkrüppelung seiner Beine führen, beginnt Toulouse-Lautrec bereits früh zu zeichnen. Angespornt durch die Jagd- und Reitleidenschaft seines Vaters und den Tiermaler René Princeteau, einen Freund der Familie, der ihm den ersten Malunterricht erteilt, zeichnet und malt er zunächst am häufigsten Hunde und Pferde. Signiert sind diese Frühwerke oft noch mit „Monfa“, einem Zunamen des alten südfranzösischen Adelsgeschlechts der Toulouse-Lautrec. Diese Darstellungen zeigen ihn bereits als scharfen und einfühlsamen Beobachter. Der Schimmel Gazelle gehörte zum Gestüt der Grafen von Céleyran, der Familie von Toulouse-Lautrecs Mutter. Das Bild entsteht im Sommer 1881 auf Schloss Le Bosc bei Albi, wo der Künstler oft seine Ferien verbringt.
Due to his long sick bed in 1878/79 because of complicated bone fractures that eventually led to the deformation of his legs, Toulouse-Lautrec started drawing at an early age. Encouraged by his father’s passion for hunting and riding and by the animal painter René Princeteau, a friend of the family who gave him his first painting lessons, Henri initially mostly drew and painted dogs and horses. These early works, which already show him as a keen and sensitive observer, are often still signed “Monfa”, an additional surname used by the Toulouse-Lautrecs, an old aristocratic family in Southern France. The white horse Gazelle belonged to the stud of the Counts of Céleyran, the family of Toulouse-Lautrec’s mother. The painting was made in the summer of 1881 at the Château de Bosc near Albi, where the artist frequently spent his holidays.
Rahmenaußenmaß: 81 × 70,5 × 6 cm
Das lange Krankenlager in den Jahren 1878-1879 als Folge schwerer Knochenbrüche, die schliesslich zur Verkrüppelung seiner Beine führen sollten, liess den jungen Toulouse-Lautrec erst sein ungewöhnliches künstlerisches Talent entdecken. Angespornt vom Sportmaler René Princeteau, einem Freund der Familie, der dem jungen Mann den ersten Malunterricht erteilte, zeichnete und malte er anfänglich am liebsten Hunde und Pferde. Signiert sind diese Frühwerke oft noch mit «Monfa», einem Zunamen des uralten südfranzösischen Adelsgeschlechts der Toulouse-Lautrec. Der hier wiedergegebene Schimmel «Gazelle » gehörte zum Gestüt der Grafen von Celeyran, dem Toulouse-Lautrecs Mutter entstammte. Das Bild ist im Sommer 1881 auf Schloss Le Bosc bei Albi entstanden, wo der junge Künstler oft die Ferien verbrachte. Im gleichen Sommer hielt er dieses edle Pferd noch ein zweites Mal fest, diesmal im Profil1.
Obschon erst siebzehnjährig, erweist sich der Maler hier wie dort als scharfer und einfühlsamer Beobachter. Das in seiner engen Box eingesperrte Pferd wirkt unruhig und gereizt; es knappert ungeduldig am Holz der Tür und stellt die Ohren auf. Erstaunlich ist auch die Ökonomie der eingesetzten gestalterischen Mittel. Sind Tür und Hintergrund im gleichen warmen Braunton gehalten, ist das kalte Weiss des Fells im Schatten raffiniert zu Hellblau vertieft.
1 Vgl. den Kommentar im Ausstellungskatalog Choix d´une collection privée: Sammlungen G.P. und M.E, Galerie Klipstein & Kornfeld , Bern 1960, Nr. 67.
zitiert aus: R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 34, Nr. 210.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/305567/der-schimmel-gazelleImage Request