Runder teller mit abstraktem Dekor
Pablo Picasso
1963
Im Gegensatz zu den meisten Keramiken in der Sammlung Batliner beschränkte Picasso im vorliegenden Fall den künstlerischen Eingriff nicht auf die reine Pinselarbeit. Wie klar zu erkennen ist, wurde die noch weiche Tonmasse mit einem Messer, einem Pinselende oder einem anderen spitzen Gegenstand so bearbeitet, dass die Darstellung wie eingraviert erscheint. Dann erst wurde die Farbe aufgetragen. Diese kann aus einem einzigen Ton (Inv. SK94DL) bestehen und nur gerade das Motiv bedecken; sie kann aber auch wie bei den großen Tellern aus der Sammlung Batliner drei oder vier Farbtöne umfassen, wobei als Grundfarbe immer das Elfenbeinweiß der Tonerde dient. Von der runden Platte Visage aux feuilles (Inv. SK56DL) stellte die Töpferei Madoura im Einverständnis mit dem Künstler 1956 ein Auflageobjekt in 100 Exemplaren her. Da es sich dabei offenbar um einen Abdruck des vorliegenden Originals handelt, erscheint die plastische Dekoration dort seitenverkehrt.[1]
[1] Siehe Alain Ramié, Picasso. Catalogue de l’oeuvre céramique édité, 1947-1971, Vallauris 1988, Nr. 324.
R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.), R. & H. Batliner Art Foundation. Neuerwerbungen 2005-2011 (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2012), Vaduz 2012, S. 58, Kat. 80.
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