Eugène Delacroix, Orientale (Türke?) mit Tschibuk, im Hintergrund ein zweiter vor einer orienta…
Orientale (Türke?) mit Tschibuk, im Hintergrund ein zweiter vor einer orientalischen Stadtsilhouette
Eugène Delacroix, Orientale (Türke?) mit Tschibuk, im Hintergrund ein zweiter vor einer orientalischen Stadtsilhouette, Inv. Nr.: 24093
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Orientale (Türke?) mit Tschibuk, im Hintergrund ein zweiter vor einer orientalischen Stadtsilhouette

Eugène Delacroix

um 1824/25 (?)




Künstler:in (Charenton 1798 - 1863 Paris)
Dateum 1824/25 (?)
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesPinsel in Braun
Dimensions21,9 x 16,9 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number24093
Signedr.u. mit Bleistift wohl nicht eigenhändige Signatur "Egdel."
Text

Die freie, zügige Pinselzeichnung gibt zwei Orientalen, einen mit Turban und Tschibuk groß im Vordergrund, vor einer malerisch breit angelegten, kleinasiatisch anmutenden Stadtsilhouette mit Minaretten und der Kuppel einer Moschee wieder. Die kleine Szene ist eines von vielen Beispielen, die Delacroix´ lebhaftes Interesse an der Welt des Orients zeigen.
Angeregt durch politische Ereignisse, Reiseberichte und literarische Werke kam der Orientalismus zu Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend in Mode und wurde zu einem Lieblingsthema der Romantik. Delacroix, zeitlebens von dem Stoff fasziniert, beschäftigte sich bereits lange vor seiner Nordafrikareise 1832 eingehend mit diesem Themenkreis. Er kopierte persische Miniaturen und türkische Handschriften. Für eine möglichst authentische Szenerie seiner Bilder "Das Massaker von Chios" und "Der Tod des Sardanapal" (beide Paris, Musée du Louvre) studierte er orientalische Kostüme und Waffen aus dem Besitz seines Freundes, des Malers #Jules Robert Auguste, der zwischen 1810 und 1820 Syrien, Ägypten und den Balkan besucht hatte. Entscheidende Impulse und Anregungen bezog Delacroix aus literarischen Texten, vor allem #Byrons orientalisch-exotisch gefärbten Versepen wie "Der Korsar", "Der Giaour" oder "Die Braut von Abydos", die er begeistert aufgriff.
Wann und in welchem Zusammenhang die Zeichnung der Albertina entstanden ist, lässt sich schwer entscheiden. Nach der eher türkisch aussehenden Kleidung und Stadtansicht dürfte sie vielmehr zu dem Studienmaterial nach diversen Vorlagen gehören bzw. auf freier künstlerischer Phantasie beruhen als nach realen Gegebenheiten gezeichnet sein. Am ehesten fühlt man sich in der Art der Darstellung an die zwischen 1824/25 gemalten türkischen Kostümstudien wie z.B. "Türke mit rotem Umhang" (Johnson, I, Nr. 36, Taf. 31) oder "Sitzender, rauchender Türke" (Johnson, I, Nr. 35, Taf. 30) erinnert.

 

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 188, Nr. 82.

Catalogue raisonné
  • Ekelhart 2007, 82
  • Bibliography
  • Meier-Graefe 1922, S. 117
  • AK Wien 1932, Nr. 223
  • Provenance
  • Sammlung Baron von Blittersdorf (Ottensheim an der Donau)
  • C. G. Boerner, Leipzig
  • 1925 erworben

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    Last edited01.02.2018