Südliche Landschaft mit großem Baum und drei Staffagefiguren
Jean-Baptiste Camille Corot
1871
Die 1871 entstandene, italienisch anmutende Landschaft besticht durch die reiche Abstufung verschiedener Schwarztöne bis hin zu flächig verwischten Stellen, die im Zusammenspiel mit dem braunen Papierton diffuses Licht sowie geheimnisvolles Dunkel bewirken und eine dichte poetische Atmosphäre suggerieren.
Im Gegensatz zu den betont linearen Studien der Frühzeit (vgl. Inv. 24192) wird Corots später Zeichenstil ab etwa 1850 von immer stärkerer malerischer Naturauffassung bestimmt. Vor allem dem Wechselspiel von Licht und Schatten kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Weniger die Feder oder der spitze Bleistift als vielmehr die Kohle, zunehmend über weite Flächen verwischt, ermöglicht es ihm, die atmosphärische Wirkung einer Landschaft auszudrücken. Licht und Schatten dominieren immer stärker die feste Form, lösen sie allmählich auf, verschleiern wie durch Dunst oder Nebel die Konturen und führen schließlich zu den impressionistischen Stimmungslandschaften, wie sie für seine Spätwerke der 70er-Jahre kennzeichnend sind.
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 126, Nr. 55.
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