Landschaft mit zwei Figuren
Jean-Baptiste Camille Corot
um 1859
Bei der mit wenigen, flüchtigen Bleistiftstrichen ausgeführten Skizze dürfte es sich um eine erste frühe Idee zu dem 1859 im Salon ausgestellten Bild "Paysage avec figures ou La Toilette des nymphes" handeln. In dem Entwurf sind die beiden weiblichen Figuren noch klein konzipiert und dadurch stärker in die Landschaft integriert, während sie dann in der Gemäldefassung (Paris, Privatbesitz) größer und repräsentativ im Zentrum stehen. Corots Entscheidung für diese ungewöhnlich monumentale Figurengruppe war vielleicht nicht zuletzt durch die Möglichkeit der Wiedergabe des ideal-schönen, nackten, weiblichen Körpers in reich koloristischer Nuancierung motiviert. Während das Größenverhältnis der Figuren und auch die Landschaft verändert wurden, behielt Corot die kompositionelle Anordnung der beiden Frauen der Skizze - eine steht und schmückt das Haar der sitzenden - im Wesentlichen bei. Die freie, hauptsächlich aus Umrisslinien bestehende, kürzelhafte Zeichenweise des Albertina-Blattes findet sich ganz ähnlich in Studien der späten 50er-Jahre wie z.B. in einem zwischen 1857-1860 entstandenen Skizzenbuch im Département des Arts graphiques des Louvre (z.B. die beiden Skizzen des "Heiligen Sebastian" auf fol. 63v und 64r), sodass auch von stilistischer Seite eine Entstehung um 1859 denkbar ist.
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 120, Nr. 52.
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