Josef von Führich, Jesus wird von Pilatus zum Tode verurteilt (Karton zur ersten Station der Kr…
Jesus wird von Pilatus zum Tode verurteilt (Karton zur ersten Station der Kreuzwegfresken in der Pfarrkirche St. Johann Nepomuk, Wien II)
Josef von Führich, Jesus wird von Pilatus zum Tode verurteilt (Karton zur ersten Station der Kreuzwegfresken in der Pfarrkirche St. Johann Nepomuk, Wien II), Inv. Nr.: 44308
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Jesus wird von Pilatus zum Tode verurteilt (Karton zur ersten Station der Kreuzwegfresken in der Pfarrkirche St. Johann Nepomuk, Wien II)

Josef von Führich

1843/44




Künstler:in (Kratzau 1800 - 1876 Wien)
Date1843/44
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesKohle und schwarze Kreide, großflächig laviert und stellenweise schraffiert; graublaues Papier, oben gerundet, mehrfach zusammengestückt (ca. 16–25 Einzelbögen), an den Rändern und v. a. in den Ecken punktförmige Einstiche
Dimensions231 x 183,5 cm
CreditSchenkung der Erbengemeinschaft nach Joseph Führich
Object number44308
Text

Um Jesus von Nazareth rechtskräftig zu verurteilen, musste er dem römischen Prokurator Pilatus vorgeführt werden; dieser war als einziger bevollmächtigt, die Strafe der Kreuzigung zu verhängen. Darauf verweisen bei Führich unter anderem die drei Liktoren mit den Rutenbündeln mit Richtbeil als Symbol richterlicher Macht. Erst nach langem Zögern und dem Versuch, dem jüdischen König Herodes Antipas die Entscheidung zu überlassen, fällte er auf Drängen der geistlichen Führer der Juden das Urteil. Der im Vordergrund liegende zerbrochene Stab deutet auf die Verurteilung hin.
Die Handwaschung des Pilatus als Zeichen seiner Unschuld reflektiert einen bereits im Alten Testament erwähnten Brauch (Dt 21, 6). Im Neuen Testament berichtet lediglich Matthäus (27, 24) von dieser Episode: „Da aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern vielmehr ein Getümmel entstand, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an seinem Blut: seht ihr zu!“ Wichtiges Anliegen war Führich der Ausdruck des Zweifels und des Missmutes in der Mimik des Pilatus, die dessen Unwillen bei der Verurteilung Jesu psychologisch differenziert widerspiegelt. Die Kopfhaltung und der Gesichtsausdruck des Pilatus erfuhren ebenso wie die Gruppierung der Christus führenden Schergen im letzten Entwurfsstadium noch eine entscheidende Änderung (vgl. Zeichnung in Regensburg, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Inv.-Nr. 10536). In kompositorischer Hinsicht ist die im Kirchenraum im linken Seitenschiff an vorderster Stelle positionierte Station Ausgangspunkt eines kräftigen, nach links gerichteten Bewegungsimpulses, der unmittelbar zur folgenden Station mit dem das Kreuz entgegennehmenden Jesus überleitet. Auch die Jesus in Fesseln wegzerrenden Schergen stellen einen Bezug zur dicht gedrängten Figurengruppe der folgenden Station her.

Joseph Führich - Die Kartons zum Wiener Kreuzweg, Ausstellungskatalog, hg. von K. A. Schröder, Albertina, Wien 2005, S. 52.

Bibliography
  • AK Albertina 2005 c, Nr. I (C. Reiter)
  • Provenance
  • Erbengemeinschaft nach Joseph Führich
  • Schenkung 2001

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/105625/jesus-wird-von-pilatus-zum-tode-verurteilt-karton-zur-ersteImage Request
    Last edited15.04.2024