Rembrandt Harmensz. van Rijn, Landschaft mit drei Bauernhäusern, Inv. Nr.: DG1926/369
Landschaft mit drei Bauernhäusern
Rembrandt Harmensz. van Rijn, Landschaft mit drei Bauernhäusern, Inv. Nr.: DG1926/369
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Landschaft mit drei Bauernhäusern

Rembrandt Harmensz. van Rijn

1650




Künstler:in (Leiden 1606 - 1669 Amsterdam)
Date1650
Object TypeDruckgraphik
Object typePrint
Materials / TechniquesRadierung und Kaltnadel
Dimensions16,1 x 20,2 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object numberDG1926/369
Edition1. Zustand (Seidlitz/Hollstein); 1. Zustand (New Hollstein)
Signedl.u. "Rembrandt f 1650"
Text

Die dramatische Tiefenwirkung dieser relativ späten, 1650 datierten Radierung gelangt durch die samtig-schwarzen Linien des hier gezeigten ersten Zustandes voll zur Geltung. Rembrandt arbeitete sehr frei – stellenweise sogar abstrakt – mit der Kaltnadel über den radierten Hauptlinien der Komposition. Die Arbeit hängt mit einer Skizze (Kupferstichkabinett, Berlin) zusammen, in der Rembrandt die topografischen Gegebenheiten – zu sehen ist eine Stelle am Schinkelweg bei Amsterdam – in raschen, summarischen Federlinien festhielt. In seiner Radierung nimmt Rembrandt auf verschiedene Elemente dieser Skizze Bezug. Übereinstimmende Motive sind das vordere Haus mit dem Rauchfang, der hohe Baum, der Baumstumpf und der kleine Verschlag. Auch der Weg, der erhöhte Seitenstreifen mit dem angrenzenden Gewässer und die Häuser in der Ferne geben vermutlich die wirklich gesehene Situation wieder. Das Motiv der aneinandergereihten Häuser, die durch die rhythmische Sequenz der immer kleiner werdenden Giebel die perspektivische Wirkung entscheidend bestimmen, entnahm Rembrandt jedoch anderen gezeichneten Studien.3 Zudem vergrößerte er den ziemlich kleinen Baum rechts im Vordergrund zu einem mächtigen Repoussoirmotiv, wobei die schwere Blätterkrone mit der tief schattierten, über den Dächern ausgebreiteten Laubpartie zu einer heftig bewegten, dunklen Masse zusammenwächst. Zudem verstärkt der breite Schatten am unteren Bildrand den Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund. So gelangte Rembrandt, von der konkreten Wirklichkeit ausgehend, durch Verschiebungen der Maßstäbe und
durch neue Motivkombinationen zu einer besonderen Dramatik. Die objektiv registrierte Wirklichkeit wird zu einem subjektiven, stark intensivierten Raumerlebnis, das von heftigen Helldunkelkontrasten, aber auch von subtilen Lichteffekten vermittelt wird.

Das Zeitalter Rembrandts, Ausstellungskatalog, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Abb. 81, S. 178.

Catalogue raisonné
  • Bartsch 1797 217
  • Hollstein Dutch & Flemish XVIII.104.B 217 I
  • White/Boon B 217 I
  • New Hollstein Dutch & Flemish 248 I
  • Bibliography
  • AK Albertina 1970/71, Nr. 195
  • AK Albertina 2004, Nr. 172
  • AK Albertina 2009, Nr. 81 (M. Bisanz-Prakken)
  • Provenance
  • Hofbibliothek

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/124295/landschaft-mit-drei-bauernhausernImage Request
    Last edited08.07.2021

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