Sintflut, Inv. Nr.: 11672
Sintflut
Sintflut, Inv. Nr.: 11672
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Sintflut

François Verdier




Zugeschrieben an (Paris 1651 - 1730 Paris)
Traditionelle Zuschreibung (Paris 1619 - 1690 Paris)
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Braun, braun laviert, über Kreidevorzeichnung, Deckweißhöhungen, Rötelspuren
Dimensions21 x 32 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number11672
Inscribedl.u. "c. Lebrun"
Markingsr.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Zehn Zeichnungen mit traditionellen Zuschreibungen an Charles Le Brun und

François Verdier (F. 911 – F. 920/Inv. 11672, Inv. 11858, Inv. 11859, Inv. 11857, Inv. 11677, Inv. 11678, Inv. 11676, Inv. 11679, Inv. 11680, Inv. 11681):

Drei der stilistisch, technisch sowie größen-und formatmäßig verwandten Blätter dieser Serie tragen unserer Meinung nach bereits die richtige Zuschreibung an François Verdier (siehe F.912/Inv. 11858, F.913/Inv. 11859 und F.914/Inv. 11857). Knab (Passepartoutnotiz) hat bereits die Unzulässigkeit der alten Zuschreibung der übrigen sieben Blätter an CharIes Le Brun erkannt und sie dem Œuvre François Verdiers zugeordnet. Die irrtümliche alte Zuschreibung erklärt sich vermutlich aus dem an Federzeichnungen Le Bruns erinnernden Duktus, der auch in anderen Sammlungen zu irrtümlichen Zuschreibungen geführt haben könnte (siehe z. B. eine Zeichnung im Städelschen Kunstinstitut. Inv.Nr. 1101). Alle Zeichnungen gehen in der sorgfältigen Ausführung und trockenen Strichführung über Le Bruns Zeichenstil hinaus, was eher an Nachzeichnungen eines Künstlers aus dem unmittelbaren Werkstatt- bzw. Schülerkreis Le Bruns denken läßt. Die sich daraus ergebende Zuschreibung dieser Serie an Verdier wird im übrigen durch eine verwandte und traditionell dem Verdier zugeschriebene Zeichnung im Louvre (Inv.Nr. 33217; siehe Paris 1985/86, p. 105, Nr. 133) gerechtfertigt, die ähnlich wie die Albertina-Blätter einen ausgesprochen finalen und bildhaften Charakter aufweist. Die Zeichnung des Louvre teilt mit den Blättern der Albertina nicht nur Format, Größe, Technik und Stil, sondern auch die kulissenhafte Auffassung der meist mythologischen Sujets. Die Blätter gehören thematisch nicht wirklich zusammen; es werden Episoden geschildert, die sowohl Ovids Metamorphosen als auch dem Perseus-Mythos angehören bzw. uns unbekannten mythologischen Erzählungen zugrunde liegen (siehe F. 919/Inv. 11680). Es ist schwierig zu entscheiden, welche Zweckbestimmung hinter den Blättern steht. Möglich wäre, daß sie Buchillustrationen oder Tapisserien vorbereiteten; vielleicht stellen diese Zeichnungen auch verworfene Entwürfe im Zusammenhang mit Verdiers in den 90er Jahren ausgeführter Ausstattung im Trianon de Marbre dar, wo er letztlich neun Szenen über die Götterlieben Jupiters und Ios malte.

 

Zu Inv. 11672: Eine abgesehen von Details in der linken unteren Ecke idente Zeichnung, deren Darstellung zudem am rechten und am oberen Rand in schwarzer Kreide erweitert wurde, tauchte 1988 am New Yorker Kunstmarkt auf (siehe Fine Old Master Drawing, Christie's New York, 12. Jänner 1988, Lotnr. 77).


Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 173ff., Nr. 911.

Catalogue raisonné
  • Widauer 2004, F 911
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/13369/sintflutImage Request
    Last edited23.08.2012