Weibliche Halbfigur mit Turban
Maria Anna Angelika Catharina Kauffmann
1770er Jahre
Die Darstellung ist in den alten Dokumentationsunterlagen der Albertina auch als Selbstbildnis von Angelika Kauffmann tradiert worden. Angefangen mit dem 1765 als Aufnahmestück für die Accademia di S. Luca geschaffenen Bild der "Hoffnung" ist allerdings in viele von Kauffmanns eher idealtypischen weiblichen Halbfiguren das Selbstportrait der Künstlerin hineingelesen worden. Das vorliegende Blatt erleichtert diese Projektion. Das Modell erscheint zwar mit verallgemeinerten Zügen, jedoch ohne Attribute, die es z. B. als Allegorie erklären ließen. In seinem zärtlichen Ausdruck scheint es sich persönlich an den Betrachter zu wenden. - Die Zeichnung steht stilistisch eher den Werken der englischen Zeit nahe; vgl. die große Anzahl der in den 1770er bis Anfang der 1780er Jahre publizierten weiblichen Halbfiguren als Allegorien oder Heroinnen der Dichtung und Geschichte (Abb. in Kat. C. G. Boerner, Lagerliste Nr. 70, Düsseldorf 1979, Nr. 48, 51, 75, 88, 123, 140, 162, 178-180, 182, 192, 199).
zitiert aus: Konrad Oberhuber (Hg.), Maren Gröning, Marie Luise Sternath (Bearb.), Die deutschen und Schweizer Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts, Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Graphischen Sammlung Albertina, Bd. IX, Wien u.a. 1997, S. 88, 245.
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