Das Agnes- oder Jungfernbrünnl in Sievering
Friedrich Philipp Reinhold
1818
Das Agnes- oder Jungfernbrünnl, auch Jungbrünnl oder Kogelbrünnl, war ein Quellheiligtum, zu dem sich im 18. Jahrhundert eine Wallfahrt eingerichtet hatte. 1805 wurde an der Buche ein Marienbild angebracht. Das Treiben um die Marienbuche und um die Wunderquelle führte in den Augen der Behörden allmählich zu untragbaren Auswüchsen, sodaß man am 15. Oktober 1817 die Buche vernichten und die Quelle zuschütten ließ (AK Wien 1993-94, S. 106). Reinholds Zeichnung zeigt mit der Pilgerschar, dem Betschemel und dem angehefteten Votivzettel scheinbar noch den Zustand vor dem Einschreiten des Magistrats. Doch besitzt das Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle eine weitere Studie zu demselben Motiv, die der Künstler "September 1818" datiert hat (Inv. 35716).
zitiert aus: Konrad Oberhuber (Hg.), Maren Gröning, Marie Luise Sternath (Bearb.), Die deutschen und Schweizer Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts, Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Graphischen Sammlung Albertina, Bd. IX, Wien u.a. 1997, S. 208, Nr. 694.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/18829/das-agnes-oder-jungfernbrunnl-in-sieveringImage Request