Siegfrieds Leichnam
Peter von Cornelius
1812
Im Vergleich mit dem Text hebt Büttner I, 1980, S. 42 (vgl. Graberg 1970b, S. 321f.) hervor, dass im Bild zwei zeitlich getrennte Momente verbunden sind: Der Moment, in dem Kriemhild morgens, als sie zur Kirche will, von einem Kämmerer hört, dass die Leiche eines Ritters vor ihrem Zimmer liegt, worauf Kriemhild in ahnungsvoller Erschütterung ohnmächtig wird (Nibelungen, 17. Aventiure, Strophe 1025-1027); und der Moment, in dem sie vor das Zimmer tritt (a.a.O., Strophe 1029). Büttner betont hier im Anschluss an Graberg 1970b, S. 322 den Bildgedanken einer klassischen Idealfigur "stummen Leidens", der durch Lessings Laokoon-Schrift gleichsam kanonisiert worden ist.
Das Blatt erscheint als ein relativ früher Entwurf im Verhältnis zu der mehr durchgearbeiteten Zeichnung, die das Städelsche Kunstinstitut besitzt (Abb. in AK Frankfurt 1977, Nr. E 94, S. 254: Feder, 514x393 mm; Büttner III, noch nicht erschienen, Kat. Nr. E 9). Der Vergleich zeigt außerdem, dass etwa der Hund links auf dem Blatt der Albertina nicht auf den Hinterbeinen sitzt, sondern steht; ein weiteres Detail ist das unterschiedlich besetzte Korsett der knieenden Frau rechts von Kriemhilde und der ebensfalls variierte Besatz am Ausschnitt von Siegfrieds Kleid. Eine Kopie von anderer Hand dürfte damit ausgeschlossen werden.
Ob das Albertina-Blatt für eine Pause verwendet wurde, ist erst festzustellen.
Büttner I, 1980, S. 36, weist darauf hin, dass fünf Zeichnungen von Cornelius zu den Nibelungen 1814 in Berlin ausgestellt waren. Zur Datierung zieht Büttner I, 1980, a.a.O., einen Brief von Cornelius an Friedrich Wenner vom Mai 1813 heran, in dem die Fortsetzung des Nibelungen-Zyklus das Thema ist, eine größere Anzahl von Blättern also bereits vorgelegen haben muss.
Das Blatt erscheint als ein relativ früher Entwurf im Verhältnis zu der mehr durchgearbeiteten Zeichnung, die das Städelsche Kunstinstitut besitzt (Abb. in AK Frankfurt 1977, Nr. E 94, S. 254: Feder, 514x393 mm; Büttner III, noch nicht erschienen, Kat. Nr. E 9). Der Vergleich zeigt außerdem, dass etwa der Hund links auf dem Blatt der Albertina nicht auf den Hinterbeinen sitzt, sondern steht; ein weiteres Detail ist das unterschiedlich besetzte Korsett der knieenden Frau rechts von Kriemhilde und der ebensfalls variierte Besatz am Ausschnitt von Siegfrieds Kleid. Eine Kopie von anderer Hand dürfte damit ausgeschlossen werden.
Ob das Albertina-Blatt für eine Pause verwendet wurde, ist erst festzustellen.
Büttner I, 1980, S. 36, weist darauf hin, dass fünf Zeichnungen von Cornelius zu den Nibelungen 1814 in Berlin ausgestellt waren. Zur Datierung zieht Büttner I, 1980, a.a.O., einen Brief von Cornelius an Friedrich Wenner vom Mai 1813 heran, in dem die Fortsetzung des Nibelungen-Zyklus das Thema ist, eine größere Anzahl von Blättern also bereits vorgelegen haben muss.
Künstler:in
Peter von Cornelius
(Düsseldorf 1783 - 1867 Berlin)
Date1812
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Dunkelbraun, über Bleistift
Dimensions50,8 x 38,6 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number24271
Markingsr.u. Nachlass Peter Cornelius (Lugt 459a)
BibliographyLast edited16.11.2015
