Ferdinand Olivier, Die Alt-Matzleinsdorfer Tongruben mit der Pfarrkirche zum Heiligen Florian i…
Die Alt-Matzleinsdorfer Tongruben mit der Pfarrkirche zum Heiligen Florian in Wien
Ferdinand Olivier, Die Alt-Matzleinsdorfer Tongruben mit der Pfarrkirche zum Heiligen Florian in Wien, Inv. Nr.: 28272
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Die Alt-Matzleinsdorfer Tongruben mit der Pfarrkirche zum Heiligen Florian in Wien

Ferdinand Olivier

1814/15




Künstler:in (Dessau 1785 - 1841 München)
Date1814/15
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Schwarz und stellenweise in Braun, über Bleistiftspuren, auf gelblichem Papier
Dimensions15,9 x 24,4 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number28272
Inscribedl.u. Inv.-Nr. "28272".
Text

Ferdinand Olivier hatte sich in Dessau und an der Dresdner Akademie zum Landschaftszeichner ausbilden lassen. Wesentlich für seine romantische Kunstauffassung waren sodann die Begegnungen mit #Caspar David Friedrich und #Philipp Otto Runge in Dresden sowie mit dem Kreis um #Friedrich Schlegel in Wien, wo er sich ab 1811 für fast zwanzig Jahre niederließ. Hier ergab sich außerdem eine sehr enge Gemeinschaft mit dem gleichzeitig in die Stadt gekommenen #Julius Schnorr von Carolsfeld. Die Freunde traten 1817 dem nazarenischen "Lukasbund" bei, der am Leitfaden der altdeutschen, altniederländischen und altitalienischen Malerei eine moralische und religiöse Erneuerung der Kunst anstrebte.
Mit haarfeinen Federstrichen, wie eine Gravur, die tatsächlich an Kupferstiche von #Albrecht Dürer und #Marc Anton erinnern, hat Olivier diese von einer großen Stille erfüllte Wien-Vedute gestaltet. Geschildert wird ein recht alltäglicher, im Vordergrund auch ziemlich hart beschnittener Blick über einen Lehmbruch, die angrenzenden Fabrikgebäude und einen benachbarten Park auf die St. Florianskirche an der Wiedner Hauptstraße https://de.wikipedia.org/wiki/Alte_Pfarrkirche_Matzleinsdorf_(Wien)§. Dies entspricht einer Ansicht, die sich Olivier damals bot, als er im Bezirk zwischen der Favoriten- und der Wiedner Hauptstraße (im Karolyschen Garten gegenüber dem Theresianum) wohnte.
Ihre Bedeutung und meditative Stimmung liegt offenbar ganz im schlichten Prozess des Abzeichnens, des sorgsamen Schattierens und Umreißens aller Flächen und Kanten bis hin zu den weichen Formen der Bäume und der Wienerwaldberge im Hintergrund. Das Ethos einfachen Arbeitens spiegelt sich außerdem in der vereinzelten Figur, die unten links auf einem Steg Wasser pumpt. Ein zweiter Mann liegt zwei Terrassen höher an eine Mauer gelehnt und ruht sich aus, als weiteres Spiegelbild eines möglichst regelmäßigen Lebens.

Maren Gröning, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 164.

Bibliography
  • Grote 1938, Abb. 78
  • Kat. C. G. Boerner Nr. 199, Leipzig 1938, Nr.: 279
  • Andrews 1964, Abb. 37
  • Novotny 1971, S. 10, Nr. 2, Tf. II
  • Vaughan 1980, S. 186, Abb. 122
  • AK Rom 1981, Nr. 49
  • AK Milwaukee u. a. 2006-2008, S. 337, Abb. 273, Nr. XIII-62
  • Schröder 2008, Nr. 164 (M. Gröning)
  • Cornelia Reiter, Klaus Albrecht Schröder (Hg.), AK Welten der Romantik, Ostfildern 2015, S. 167, Nr. 71.
  • Albertina, C.D. Friedrich bis Cézanne, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2003, Abb.8

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/20541/die-altmatzleinsdorfer-tongruben-mit-der-pfarrkirche-zum-heImage Request
    Last edited02.10.2019