Porträt des Jean-Charles Parent
Jean Tortebat
Zur Identifizierung des Dargestellten und zur Korrektur der Zuschreibung führte ein in mindestens zwei Zuständen (siehe Robert-Dumesnil 1961, IV, p. 68, Nr. 383 und V. Meyer in: Nantes/Toulouse 1997, Nr. 146, p. 270) bekannter, seitengleicher Stich Gérard Edelinks von "IOANNES CAROLUS PARENT BRUXELLENSIS EQUES ROMANUS" nach einer Bilderfindung Jean Tortebats (1652-1718). Leider ist uns weder etwas über Jean-Charles Parent bekannt, noch kennt man, mit Ausnahme einer mit "Tortebat" bezeichneten Zeichnung im Musée
des Beaux-Arts in Rennes (Inv.Nr. 794.1.2589; siehe Nantes, Toulouse 1997, Nr. 99, p. 248), die in Motiv und Strichführung von der vorliegenden Zeichnung gänzlich verschieden ist, andere Blätter Jean Tortebats. Die Legende des Stiches " Io. Tortebat Pinxit" läßt auch auf ein gemaltes, uns heute unbekanntes Porträt schließen; ob es sich bei der Albertina-Zeichnung um eine Vorzeichnung zu Bildnis oder Stich oder aber um eine Kopie handelt, vermögen wir nicht festzustellen. Sollte letzteres der Fall sein, dann wäre eher das Porträtgemälde als Vorbild zu vermuten, weicht doch Edelinks Stich, wenn auch nur geringfügig, so doch v. a. im linken Anteil des Hintergrundes und im Bereich des Mantels von der Zeichnung ab. Ob es sich bei diesem Blatt um eine der drei bei Weigel genannten und dort Rigaud zugeschriebenen Zeichnungen aus der Sammlung Win[c]kler handelt, ist aufgrund der ungenauen Angaben in Weigels Auktionskatalog nicht feststellbar.
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 263, Nr. 1188.
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