Peter Candid gen. Peter de Witte, Pietà, Inv. Nr.: 1183
Pietà
Peter Candid gen. Peter de Witte, Pietà, Inv. Nr.: 1183
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Pietà

Peter Candid gen. Peter de Witte

um 1595




Künstler:in (Brügge um 1548 - 1628 München)
Dateum 1595
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Graubraun, grau laviert, Pinsel in weißer Deckfarbe, auf hellbraun grundiertem Papier
Dimensions24,2 x 19,0 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number1183
Inscribedlinks oben alte Bleistiftnummer "53"
Markingsr.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Peter de Witte (latinisiert: Peter Candid) ließ sich nach längerem Italienaufenthalt 1586 in München nieder. Dort arbeitete er als Hofmaler für die Wittelsbacher. Diese prachtvolle Zeichnung wurde erst spät seinem OEuvre hinzugefügt: Noch 1992 setzte man sie in den Umkreis des Giuseppe Nicola Nasini (1657 –1736), auch wenn Veronika Birke die Hand eines »Nordländers« aus dem 16. Jahrhundert in Betracht gezogen hatte. Candids Autorschaft wurde erstmals von Joachim Jacoby vorgeschlagen und von Brigitte Volk-Knüttel akzeptiert. Ganz ähnlich ist eine Beweinung Christi gearbeitet, die der Künstler noch in Italien gezeichnet hatte (siehe Volk-Knüttel 2010, Nr. Z 3). Unser Blatt entstand etwa zehn Jahre später und wurde von Johann Sadeler I. (1550 –1600) in seitengleicher Ausrichtung gestochen (Bartsch 215). Dabei war Candid selbst gar nicht der Inventor des Motivs: Die Zeichnung geht zurück auf eine verlorene Skulptur des Hubert Gerhard (um 1540 /1550–vor 1621). Sicher kann das dreidimensionale Vorbild die starke Plastizität erklären, wobei sich der Zeichner, mit Blick auf das gestochene Endprodukt, für die Modellierung fast ausschließlich grafischer Mittel bedient. Nur im Bereich der Weißhöhung haben sich die Linien zu fleckigen Lichtinseln verdichtet.

Hubert Gerhards Bronzeskulptur war ihrerseits von einem Gemälde Hans von Aachens (1552 – 1615) angeregt – es befand sich bis zu seiner Zerstörung 1944 in der Herzog-Max-Burg in München (Jacoby 2000, Nr. 18). Dieser wechselseitige Austausch ist charakteristisch für die engen Beziehungen unter den Künstlern am kurfürstlich-bayerischen Hof.

 Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, Abb. 60, S. 130.

Catalogue raisonné
  • Wickhoff 1892, SR 1317
  • Stix 1932, 836
  • Birke/Kertész I
  • Bibliography
  • Birke/Kertész 1992, S. 595
  • Brigitte Volk-Knüttel, Peter Candid (um 1548-1628). Gemälde - Zeichnungen - Druckgraphik, Berlin 2010, S. 227–228, Nr. Z 28, S. 356, unter Nr. D 15
  • AK Albertina 2013, Nr. 60.
  • Provenance
  • Sammlung Charles-Frédéric de La Tour du Pin de Bourlon, Marquis de Gouvernet (1694 – 1775), Paris (?) (deren Auktion bei Remy, Paris, 6.– 10. November 1775, Nr. nicht feststellbar
  • Lugt Rep. 2449)
  • Sammlung Jean-Baptiste-Denis Lempereur (1740? – 1796?), Paris (deren Auktion bei Boileau und Joullain, Paris, ab 24. Mai 1773, Nr. nicht feststellbar
  • Lugt Rep. 2171)
  • Sammlung Armand-Pierre-François Chastre de Billy (1760 – 1784), Paris (deren Auktion bei Boileau, Paris, ab 15. November 1784, Nr. nicht feststellbar
  • Lugt Rep. 3791)
  • Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/22609/pietaImage Request
    Last edited06.08.2025

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    vor 1570
    Raphael Sadeler, Vier Evangelisten, Inv. Nr.: Holland nach Sektionen I/19, H/I/19/60
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    1600-1634
    Peter Bischof, Pietà, Inv. Nr.: DG1976/148
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    Peter Bischof, Pietà, Inv. Nr.: DG1977/38
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    1977