Stehender Apostel, sein Gesicht mit dem Mantel verdeckend
Annibale Carracci
um 1584
Nach Ragghianti Collobi könnte dieses Blatt zu den fünf Zeichnungen gehören, die in Vasaris Libro de'disegni dem Correggio zugeschrieben waren und aus der Provenienz Crozat stammen. Nach Diane DeGrazia entstand diese Zeichnung Annibales in den achtziger Jahren, möglicherweise 1584, der Zeit intensiver künstlerischer Auseinandersetzung mit Correggio. Verwandte Figuren finden sich in den Fresken des Palazzo Fava in Bologna (Posner 1971, Taf. 15b-h). Nach Bohn bestehen Gemeinsamkeiten mit der Studie eines Apostels im Castello Sforzesco in Mailand (Bohn 1992, Fig. 1), der sitzenden Figur in Budapest (lnv. A.K. Disegni di artisti bolognesi nel museo delle belle arti di Budapest (bearb. v. Czere), Bologna (S. Giorgio in Poggiale) 1989, Nr. 10; Bohn 1992, Fig. 2) und der Figurenstudie im British Museum (lnv. Nr. 1895-9-15-724; Popham 1967, Nr. 19), die sich alle auf das Vorbild Correggios in der Domkuppel von Parma beziehen. Bohn greift die Meinung früherer Autoren auf, es handle sich um die Hand des frühen Annibale.
zitiert aus: Veronika Birke, Janine Kertész, Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis, III, Wien/Köln/Weimar 1995, S. 1467, Nr. 2610.
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