Christus auf dem Ölberg
Charles-Antoine Coypel
um 1736?
Diese und auch alle anderen in der Albertina aufbewahrten und traditionell Charles Coypel zugeschriebenen Zeichnungen wurden von Thierry Lefrançois nicht in dessen Monographie über den Künstler aufgenommen. Wir vermuten in diesem Blatt die Vorzeichnung zu dem Leinwandbild "Christus am Ölberg", das zusammen mit seinem Pendant, "Die hl. Thais von Alexandrien in ihrer Klause", heute als verschollen gilt (siehe Lefrançois 1994, pp. 294/295, Nr. P 175). Es entstand 1736 für das Appartement der Königin Marie Leczinska im Schloß von Versailles. Lefrançois (1994, p. 295, Nr. P 176) erwähnt in seiner Monographie nur ein Gemälde dieses Themas, dessen überliefertes Hochformat auch der vorliegenden Zeichnung entspräche. Coypel schuf im übrigen zwei weitere formatmäßig vergleichbare Gemälde für Marie Leczinska, wovon sich eines, "Die Bekehrung des hl. Augustin", im Musée National du Château von Versailles (MV 8289) noch erhalten hat (siehe Lefrançois 1994, pp. 295-297, Abb. P 178). Auch dieses Gemälde läßt sich kompositionell mit dem vorliegenden Blatt der Albertina vergleichen. Darüber hinaus läßt sich die Zeichnung der Albertina stilistisch und hinsichtlich ihrer Technik gut in das Œuvre des Künstlers einordnen, vergleicht man sie mit einem Blatt Charles Coypels in einer Pariser Privatsammlung (Lefrançois 1994, p. 463, Nr. D. 102).
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 202, Nr. 995.
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