Die Vermählung Mariae ("Sposalizio")
Jan de Beer
um 1515-1520
Die von zahlreichen Zuschauern umringte Vermählung Marias mit Joseph findet in der Eingangshalle einer Kirche statt, deren Tympanonfeld eine kleine Skulptur von Moses mit den Gesetzestafeln schmückt. Die Komposition folgt dem themengleichen Holzschnitt aus dem 1511 erschienenen Marienleben Albrecht Dürers (Bartsch 82), dessen Druckgrafiken den sogenannten Antwerpener Manieristen vielfach als Vorlage dienten.
Die bis ins späte 19. Jahrhundert Cornelis Engebrechtsz. zugeschriebene Clair-obscur-Zeichnung stammt wie auch die beiden monumentalen Kartons mit der Wurzel Jesse (Inv. 32919 und 32920) von Jan de Beer und ist seinem Londoner Studienblatt mit männlichen Köpfen stilistisch eng verwandt (London, The British Museum, Department of Prints and Drawings, Inv. 1886,0706.7). Die Bogenform des Blattes, von dem sich eine Kopie im Berliner Kupferstichkabinett (KdZ 13440) befindet, gab Anlass zur Vermutung, es handle sich um eine Modellzeichnung für den Flügel eines Marienaltars. Allerdings hat sich kein entsprechendes Tafelbild von der Hand De Beers erhalten.
Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, S. 22, S. 50.
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