Aelbert Cuyp, Liegender Hund, Inv. Nr.: 8388
Liegender Hund
Aelbert Cuyp, Liegender Hund, Inv. Nr.: 8388
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Liegender Hund

Aelbert Cuyp

um 1645




Künstler:in (Dordrecht 1620 - 1691 Dordrecht)
Dateum 1645
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze Kreide, grau laviert, hellgrüne Aquarellfarbe
Dimensions7,2 x 14,3 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number8388
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Im zeichnerischen Œuvre von Aelbert Cuyp, das von Landschaftsmotiven dominiert wird, bilden die Tierdarstellungen eine relativ kleine Gruppe. Innerhalb dieser um 1645 entstandenen Blätter sind Rinder und Ochsen, die in seinen Landschaftsgemälden eine wichtige Rolle spielen, am häufigsten vertreten, anzutreffen sind aber auch Studien von Pferden und Schafen. Eine große Seltenheit unter Cuyps Tierzeichnungen stellt die hier gezeigte detailgetreue Studie eines Hundes dar, die der Künstler später für mehrere Gemälde herangezogen hat.
In seiner Pose erinnert der Liegende Hund an die etwas manierierten Stellungen der Tiere, die Aelbert Cuyps Vater #Jacob in seiner 1641 erschienenen Serie von Radierungen wiedergegeben hat. Diese Tierdarstellungen wurden ihrerseits von Vorbildern des Utrechter Manieristen #Abraham Bloemaert angeregt (vgl. Wouter Kloek in: AK Washington/London/Amsterdam 2001/02). Bei Aelbert Cuyp überwiegt jedoch der Eindruck eines höchst konzentrierten Studiums "nach dem Leben": Meisterhaft ist hier die Anwendung der zeichnerischen Mittel. Mit größter Sorgfalt charakterisiert der Künstler das kurzhaarige, glänzende Fell, dessen feine Schattierungen zunächst mit kurzen, schwarzen Kreidestrichen angelegt wurden. Die ergänzenden Akzente erfolgten mit einem feinen Pinsel in Grau, in Verbindung mit zartgrünen Aquarellfarben; die glänzenden Stellen des Tierfells ergaben sich durch die freigelassenen Papierstellen. Gleichzeitig wird das aufmerksame Wesen des liegenden Tieres durch die sicher angelegten Konturlinien sehr subtil angedeutet. Unter den Tierzeichnungen von Aelbert Cuyp stellt diese kleine, aber einprägsame Studie zweifellos einen Höhepunkt dar.

Marian Bisanz-Prakken, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 101.

Bibliography
  • Chong 1992, S. 318 f., 395
  • Aelbert Cuyp, Ausstellungskatalog, bearb. von A. Wheelock, E. Haverkamp-Begemann, W. Kloek u. a., National Gallery of Art, Washington D.C.
  • The National Gallery, London
  • Rijksmuseum, Amsterdam, 2001/02, Nr. 104
  • A.K. Rembrandt and his time. Masterworks from the Albertina (Vienna), Milwaukee 2005, Nr. 68
  • Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina, Wien, Ostfildern 2008, Nr. 101 (M. Bisanz-Prakken)
  • A.K. Das Zeitalter Rembrandts, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Nr. 110 (M. Bisanz-Prakken)
  • Albertina, Rubens bis Rembrandt, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2003, Abb. 57
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/29256/liegender-hundImage Request
    Last edited27.09.2019