Roelant Roghman, Waldrand mit Weg und Schafhirten, Inv. Nr.: 8576
Waldrand mit Weg und Schafhirten
Roelant Roghman, Waldrand mit Weg und Schafhirten, Inv. Nr.: 8576
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Waldrand mit Weg und Schafhirten

Roelant Roghman

frühe 1660er Jahre




Künstler:in (Amsterdam 1627 - 1692 Amsterdam)
Datefrühe 1660er Jahre
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Braun, braun und grau laviert, über schwarzer Kreide, weiße Deckfarbe
Dimensions15,2 x 22,9 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number8576
Signedr.u. "R. Roghman"
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Im Œuvre Roeland Roghmans nehmen die Zeichnungen imaginärer Gebirgs-, Fluss- und Wiesenlandschaften – darunter die vorliegende Arbeit – eine eigene Stellung ein. Zu welchem Zweck diese in etwa gleichformatigen, in sich geschlossenen Kompositionen entstanden sind, ist nicht bekannt. Möglicherweise handelt es sich hier um die visionäre Umsetzung jener Eindrücke, die der Künstler um die Mitte der 1650er-Jahre während seiner durch Frankreich, Deutschland und vielleicht durch die Schweiz führenden Reise gewonnen hat. Jedenfalls hat er sich in mehreren Gemälden, Zeichnungen und Radierungen auch der realistischen Wiedergabe von Gebirgsmotiven gewidmet.
Die fließende Feder- und Pinseltechnik unserer Darstellung einer baumbewachsenen, mit einem Fernblick verbundenen Anhöhe erinnert teilweise an den Zeichenstil #Rembrandts, aber eher noch an denjenigen #Lambert Doomers (Inv. 9030) oder #Gerbrand van den Eeckhouts (Inv. 9559). Der manierierte Federduktus und die flüchtige Behandlung der Terrainschichten, Laubkronen und Staffagefiguren könnten aber auch flämisch inspiriert gewesen sein. Charakteristisch für diese von kräftigen Helldunkelwirkungen dominierte Landschaft ist die eigentümliche Leere der großen, kräftig umrissenen Flächen, die kaum eine Binnengestaltung aufweisen. Wie alle Blätter der bemerkenswerten Gruppe ist auch die ausgestellte Arbeit von geheimnisvollen Lichtstimmungen sowie von überraschenden Durchblicken und Nah-Fern-Wirkungen geprägt, zu denen die effektvolle Anwendung der weißen Deckfarbe erheblich beiträgt. Es wird angenommen, dass die Blätter zu Beginn der 1660er-Jahre angefertigt worden sind; in diesem Zeitraum entstanden einige gemalte Gebirgslandschaften, mit denen die gezeichneten Arbeiten bis zu einem gewissen Grad stilistisch verwandt sind.

Das Zeitalter Rembrandts, Ausstellungskatalog, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Abb. 129, S. 276.

Bibliography
  • Schönbrunner/Meder 1896-1908, Bd. 12, Nr. 1381, Abb.
  • A.K. Die Landschaft im Jahrhundert Rembrandts, hg. von M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 1993, Nr. 50
  • A.K. Drawings from the Albertina. Landscape in the Age of Rembrandt, bearb. von M. Bisanz-Prakken, The Drawing Center, New York
  • Kimbell Art Museum, Fort Worth, 1995, Nr. 42
  • A.K. Das Zeitalter Rembrandts, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Nr. 129 (M. Bisanz-Prakken)
  • Provenance
  • Charles Antoine Prince de Ligne (1759–1792), Brüssel (Auktion bei Aloys Blumauer, Wien, ab 4. November 1794
  • Bartsch 1794, S. 200, Rogman, Nr. 8
  • Lugt Rep. 5245)
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
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    Last edited07.07.2021