Roma triumphans
Peter Paul Rubens
Unter einem Baldachin thront die Roma victrix - gemeint ist nicht das gleichnamige Computerspiel, sondern die Personifikation des siegreichen Roms, die von einem Genius bekrönt wird. Zu ihren Füßen liegt links kaum erkennbar die Wölfin, die der Legende nach die Stadtgründer Romulus und Remus gesäugt hat, sowie rechts zwei Gefangene, die von einem Feldherrn bewacht werden. Die beiden Figuren links stellen gefangene Barbarenfürsten nach antiken Vorbildern dar. Eine themengleiche Ölskizze ist im Mauritshuis in Den Haag erhalten, wo die Komposition aber wesentlich erweitert und abgeändert wurde.
Benesch und Mitsch sahen in der Zeichnung eine Vorstudie für die Ölskizze und stellten diese in zeitlichen Zusammenhang um 1622. Die Zuschreibung an Rubens wurde bereits mehrfach in Frage gestellt. Haverkamp Begemann bezweifelte die Eigenhändigkeit der Lavierung, die jedoch wesentlicher Bestandteil der Zeichnung ist. Anne-Marie Logan hob 1977 hervor, dass die Technik sich von Rubens' Vorzeichnungen für Gemälde unterscheidet und schlug, wenn sich die Zuschreibung an Rubens aufrecht erhalten ließe, eine frühere Entstehung um 1609 vor. Büttner vermutete zuletzt eine Entstehung "in the immediate circle of Rubens's workshop". Im Alten Cahier der Albertina galt die Zeichnung als Werk Anthonis van Dycks.
