Der Maler Artus Wolfordt
Anthonis van Dyck
um 1627-1635
Die Porträts des religiösen Historienmalers Artus Wolfordt (1581–1641) und des Historiografen Jan Gaspar Gevartius (1593–1666; Inv. 17643) sind zwei von vielen Vorlagen, die Van Dyck für seine Icones Principum Virorum geschaffen hat. Die von verschiedenen Stechern ausgeführte Serie ist eine gedruckte Porträtgalerie berühmter Zeitgenossen. Zwischen 1636 und 1641 kam es zur ersten Edition der Icones, der bis ins 18. Jahrhundert immer wieder neue Ausgaben folgten. Die eigenhändig von Van Dyck geschaffenen, teilweise von anderen Künstlern überarbeiteten Radierungen erschienen erst postum in der erweiterten Neuauflage von 1645/46. Seine schon in der ersten Ausgabe publizierten Bildnisse von Artus Wolfordt und Jan Gaspar Gevartius wurden von den berühmten Stechern Cornelis Galle d. Ä. und Paulus Pontius ausgeführt.
Die lockere, bewusst halbfertige Ausführung der Zeichnungen in Kreide – bei Wolfordt zusätzlich mit grauer Lavierung – ist für den Großteil der Vorlagen kennzeichnend. Die Wiedergabe der Individualität und Unmittelbarkeit des Ausdrucks seiner Modelle war Van Dyck offenbar ein wichtiges Anliegen. Ebenso wie in seinen radierten Porträts treten die scharf beobachteten, äußerst differenziert behandelten Physiognomien aus ihrer locker angedeuteten Umgebung scharf hervor. Der Künstler konzentriert in beiden Zeichnungen die Gestik auf die – in der spiegelbildlichen Stichausführung rechten – Hände. Im Fall von Gevartius präsentiert dieser wie beiläufig ein Buch, das sinnfällig seinen Status als großer Gelehrter seiner Zeit demonstriert.
Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, Abb. 117, S. 240.
Die Darstellung des religiösen Historienmalers Artus Wolfaert (1581-1641) ist eine der vielen Vorlagen, die van Dyck für seine "Ikonographie" geschaffen hat. Die von verschiedenen Stechern ausgeführte Serie war gleichsam eine gedruckte Porträtgalerie berühmter Zeitgenossen. Die meisten Zeichnungen für dieses Projekt entstanden während der beiden Aufenthalte des Künstlers in Flandern von 1627/28 bis 1632 bzw. von 1634 bis 1635. Zwischen 1636 und 1641 kam es zur ersten Ausgabe der "Ikonographie" in Buchform bei dem Verleger #Marinus van den Enden in Antwerpen, der bis ins 18. Jahrhundert immer wieder neue, unterschiedlich zusammengesetzte Ausgaben folgten. Die eigenhändig von van Dyck geschaffenen, teilweise von anderen Künstlern überarbeiteten Radierungen erschienen erst posthum in der erweiterten Ausgabe von 1645/46. Das schon in der ersten Ausgabe publizierte Porträt von Artus Wolfaert wurde von dem berühmten Stecher #Cornelis Galle dem Älteren ausgeführt.
Die erste Ausgabe der Serie zeigt 16 Fürsten und Heerführer, 12 Staatsmänner und Gelehrte sowie 52 Künstler und Kunstliebhaber. Die Dominanz der letztgenannten Gruppe ist ebenso neuartig wie das Fehlen der im 16. Jahrhundert noch üblichen langen Kommentare und dekorativen Umrahmungen.
Die lockere, bewusst halbfertige Ausführung der Zeichnung in Kreide und grauen Lavierungen ist für den Großteil der Vorlagen kennzeichnend. Die Wiedergabe der Individualität und Unmittelbarkeit des Ausdrucks seiner Modelle war dem Künstler offenbar ein wichtiges Anliegen. Ebenso wie in seinen radierten Porträts treten die scharf beobachteten, äußerst differenziert behandelten Physiognomien aus ihrer skizzenhaft angedeuteten Umgebung scharf hervor.
Marian Bisanz-Prakken, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 73.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/29525/der-maler-artus-wolfordtImage Request