Marc Chagall, Die Erscheinung, Inv. Nr.: SK6DL
Die Erscheinung
Marc Chagall, Die Erscheinung, Inv. Nr.: SK6DL
Credit: ALBERTINA, Wien - Sammlung Batliner Image: ALBERTINA, Wien Copyright: © Bildrecht, Wien 2026

Die Erscheinung

Marc Chagall

1962




Künstler:in (Witebsk 1887 - 1985 St-Paul-de-Vence)
Date1962
Object TypeKeramik
Object typeCeramics
Materials / TechniquesKeramikgefäß, geritzt und bemalt
Dimensions24 x 22 cm
CreditALBERTINA, Wien - Sammlung Batliner
Object numberSK6DL
SignedBez. u. am Fuss: "Marc / Chagall"
Text

1951 begann Chagall in der Provence Keramikgefäße zu bemalen. Für seine erste bemalte Vase - sie stellt Elias' Himmelswagen dar - wählte er eine in der Gegend häufig vorkommende bauchige Vasenform. Die künstlerische Herausforderung bestand in diesem Fall wohl vor allem darin, eine kommerziell gefertigte Tonware künstlerisch zu veredeln. Schon bald muss Chagall jedoch den Wunsch verspürt haben, auch die tönernen Bildträger mit den eigenen Händen zu formen, um seinen künstlerischen Vorstellungen noch mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu erschließen. Wichtigstes Kriterium sollte jetzt nicht mehr die Brauchbarkeit sein, sondern allein die ästhetische Erscheinung. Gelegentlich ging Chagalls gestalterische Freiheit sogar so weit, dass die Gefäße fast wie bemalte Skulpturen aussehen. Zwei sehr eindrucksvolle Beispiele dieses eigenwilligen spielerischen Umgangs mit selber geformter und bemalter Keramik sind die 1957 entstandene Vase Les fiancés (Inv. SK5DL)und das Gefäß La vision aus dem Jahr 1962, die beide zur Sammlung Batliner gehören. Hier noch von Vasen zu sprechen, fällt schwer. Beide Objekte weisen so freie und komplizierte Formen auf, dass an deren künstlerischer Autorschaft nicht zu zweifeln ist. Und wie meisterhaft ist nun die farbige Bemalung auf die Gefäßformen bezogen! Besonders auffallend ist dies beim Objekt, dem Chagall den Titel La vision gab. Bemalt ist hier merkwürdigerweise nicht nur die Außenseite des Gefäßes, sondern auch ein Teil der Innenseite. Um das Innere optisch noch besser mit dem Äußeren in Verbindung zu bringen, schnitt der Künstler mit dem Messer eine dreieckige Öffnung in die Gefäßwand. Gibt sie den Blick frei auf ein großes melancholisches Frauengesicht, so erscheinen auf der Vorderseite des Gefäßes andere Körperteile wie eine Hand oder eine Brust der Figur.


vgl. R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 246, Nr. 32.

Catalogue raisonné
  • Koella/Billeter 2005, 32
  • C-328
  • Bibliography
  • Sylvie Forestier/Meret Meyer, Chagall Keramik, München 1990, Nr. 233, Abb. 116-117
  • R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 246, Nr. 32, Abb. S. 247
  • Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Monet bis Picasso. Die Sammlung Batliner, Albertina, Wien 2007/2008, S. 194, Kat. 120.
  • Online resources
    zum Werk

    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/305608/die-erscheinungImage Request
    Last edited04.10.2024

    Marc Chagall, Die Verlobten, Inv. Nr.: SK5DL
    Marc Chagall
    1957
    Marc Chagall, Das irdische Paradies, Inv. Nr.: GE203DL
    Marc Chagall
    1959
    Marc Chagall, Die Heilige Familie, Inv. Nr.: GE26DL
    Marc Chagall
    1980
    Marc Chagall, Hochzeitspaar im Winter, Inv. Nr.: GE24DL
    Marc Chagall
    1969
    Marc Chagall, Mutterschaft, Inv. Nr.: GE22DL
    Marc Chagall
    1914
    Marc Chagall, Witebsk, Dorfszene, Inv. Nr.: GE23DL
    Marc Chagall
    1935-1937
    Marc Chagall, Jakobs Traum, Inv. Nr.: GE178DL
    Marc Chagall
    1966
    Marc Chagall, Schlafende mit Blumen, Inv. Nr.: GE25DL
    Marc Chagall
    1972
    Marc Chagall, Weihnachten, Inv. Nr.: GE424DL
    Marc Chagall
    1975
    Marc Chagall, Die Wölfe und die Schafe, Inv. Nr.: DG1952/476/37
    Marc Chagall
    1927 - 1930