Zuflucht
Francesco Clemente
1991
Rahmenaußenmaß: 79,8 × 79,8 × 5 cm
In der Kölner Galerie Paul Maenz fand 1979 eine Ausstellung junger italienischer Maler statt, deren stark verschlüsselte Werke unter dem Titel Arte cifra vorgestellt wurden. Dies traf genau den Kern dessen, was Künstler wie Enzo Cucchi, Sandro Chia, Mimmo Paladino oder - als jüngster unter ihnen - Francesco Clemente beabsichtigten. Das italienische Adjektiv cifra bedeutet nämlich weit mehr als das im Deutschen gebräuchliche Wort Chiffire: Es bezeichnet eine kryptische Verschlüsselung von Dingen, Zeichen und Figuren, die durchaus mehrdeutig sein kann. Clemente ist sicher der ungewöhnlichste unter diesen Künstlern. Er macht insbesondere seine eigene physische und psychische Befindlichkeit zum Bildgegenstand, trifft aber mit seinen Werken auch immer wieder die Wünsche und Träume, Visionen und Ängste der Zeit. Die Verwurzelung der Arte cifra im Privaten und Intimen illustrieren bei Clemente in den neunziger Jahre nicht nur Bilder wie Rifugio (Zuflucht), sondern auch das großformatige Werk Wheel (Rad) (Inv. GE187DL) aus dem Jahr 1995.
vgl. R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 380, Nr. 41.
