Weiblicher Torso mit grüner Draperie
Egon Schiele
1913
Mitte des Jahres 1913 verfolgte Schiele die exzentrische Bildidee, kopflose, bodenlos im Raum stehende weibliche Torsi darzustellen. Die Blätter (Inv. 31149 und Inv. 31150r) haben gemeinsam, dass der Unterleib entblößt, der Oberkörper jedoch mit einem Tuch, einem leichten Hemd oder Unterwäsche bedeckt ist.
Dies gibt Schiele die Gelegenheit, den Fleischton im Unterschied zur dichten Gouache des Hemdes nur ganz zart entlang der Bleistiftkonturen zu aquarellieren oder den Gegensatz zwischen den ondulierenden vertikalen Kräften der Beine und den kleinteiligen horizontalen Fältelungen des Hemdes zu betonen.
In der Mitte des Jahres 1913 verfolgt Schiele die exzentrische Bildidee, kopflose weibliche Torsi darzustellen. Wenngleich einige dieser Torsi im Zusammenhang mit dem lediglich als Fragment überlieferten Gemälde der „Bekehrung“ stehen, sind diese hart am Oberkörper abgeschnittenen Frauenleiber doch primär als autonome Werke und nicht als vorläufige Studien zu verstehen.
Die Torsi-Blätter haben gemeinsam, dass der Unterleib entblößt ist, während der Oberkörper mit einem Tuch, einem leichten Hemd oder Unterwäsche bedeckt ist. Das gibt Schiele die Gelegenheit, den Fleischton im Unterschied zur dichten Gouache des Hemdes nur ganz zart entlang den Bleistiftkonturen zu aquarellieren oder den Gegensatz zwischen den ondulierenden vertikalen Kräften der Beine und den kleinteiligen horizontalen Fältelungen des Hemdes zu betonen. Zu den gelungensten Exemplaren der Torsi zählt der „Weibliche Torso mit grüner Draperie“ aus der Albertina.
Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, S. 242-244.
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