Herman Henstenburgh, Früchtestillleben mit Maronen und kleiner Schnecke, Inv. Nr.: 10886
Früchtestillleben mit Maronen und kleiner Schnecke
Herman Henstenburgh, Früchtestillleben mit Maronen und kleiner Schnecke, Inv. Nr.: 10886
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Früchtestillleben mit Maronen und kleiner Schnecke

Herman Henstenburgh

um 1700




Künstler:in (Hoorn 1667 - 1726 Hoorn)
Dateum 1700
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesAquarell und Deckfarben, über Bleigriffel, auf Pergament
Dimensions39,8 x 32,0 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number10886
Signedl.u. "H: Henstenburgh fec."
MarkingsHerzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Herman Henstenburgh übte in seiner nördlich von Alkmaar gelegenen Geburtsstadt Hoorn den Beruf des Pastetenbäckers aus. Wegen seines Zeichentalents schickten ihn seine Eltern mit 16 Jahren zu Johannes Bronckhorst (1648–1727), der – gleichfalls in Hoorn als Pastetenbäcker tätig – als sehr begabter Autodidakt wegen seiner detaillierten Aquarelle exotischer Vögel berühmt war. Henstenburgh malte vor allem Blumen-, Obst- und Vanitasstillleben.

Die brillante Oberflächenwirkung seiner Darstellungen basiert auf einer aufwendigen Technik: Mit einem sehr feinen Pinsel brachte Henstenburgh innerhalb der mit Bleigriffel gezeichneten Konturen die Farben auf, wobei er in mehreren Schichten arbeitete. Durch den dünnen Auftrag von Eiweiß und transparenter Ölfarbe intensivierte er das Kolorit. Das Früchtestillleben mit Maronen und kleiner Schnecke ist auf einer Marmorplatte vor einer Nische arrangiert. Inmitten der Farbenpracht und dem schimmernden Glanz der minutiös dargestellten Obstsorten, die von den spiralförmigen Windungen der Stengel dekorativ umrankt werden, zeigt sich eine Schnecke. Mit großer Akribie widmete Henstenburgh sich ihrer Wiedergabe und kostet geradezu den Gegensatz zwischen der glatten Haut der Trauben und der stacheligen Schale der Maronen aus.

Am Beginn seiner Karriere war der Künstler von Agnes Block (1629–1704) beauftragt worden, Aquarelle von Pflanzen, Vögeln und Schmetterlingen anzufertigen. In einem großen Gut züchtete die Botanikerin, für die auch Maria Sibylla Merian tätig war, seltene Pflanzen. Sie besaß exotische Vögel und hatte eine große Sammlung präparierter Vögel und Schmetterlinge. Die Verbindung mit dieser bemerkenswerten Persönlichkeit hat Henstenburghs Kreativität zweifellos sehr angeregt.


Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, Abb. 153, S. 318.

Bibliography
  • A.K. Rembrandt and his time. Masterworks from the Albertina (Vienna), Milwaukee 2005, Nr. 108
  • A.K. Das Zeitalter Rembrandts, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Nr. 182 (M. Bisanz-Prakken)
  • AK Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, Nr. 153.
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/31723/fruchtestillleben-mit-maronen-und-kleiner-schneckeImage Request
    Last edited21.07.2021