Runder Teller mit Gesicht II
Pablo Picasso
1963
Picasso bemalte nicht nur Platten, Teller und Schalen, sondern auch Vasen, Krüge und Flaschen – Gefäße also, die stehen und die schon dadurch an menschliche Gestalten erinnern. Nicht zufällig spricht man ja bei diesen Gefäßen von Hals, Bauch und Fuß. Picasso nimmt diese Tatsache bewusst auf und bemalte solche Gefäße gerne mit menschlichen Figuren (siehe Inv. SK59DL).
Unverkennbar zeichnet Objekte wie dieses eine zünftige Prise Humor aus. Humor spricht aber auch aus den mit Gesichtern bemalten flachen Tellern, von denen Picasso in den frühen sechziger Jahren Dutzende geschaffen haben muss. Auch da beschränkte er sich auf das Wesentliche, was umso mehr auffällt, als er den Grund völlig unbemalt ließ. Die Arbeit muss ihm also sehr rasch von der Hand gegangen sein. In der Tat entstanden die drei vorliegenden Beispiele aus der Sammlung Batliner, wie ihre Datierungen zeigen, alle am gleichen Tag (siehe Inv. SK84DL und Inv. SK93DL).
Andere Teller aus weißer Tonerde bemalte Picasso dagegen mit Tierdarstellungen, am häufigsten mit einem Stier oder einem Vogel. Auch dafür gibt es zwei Beispiele in der Sammlung Batliner (Inv. SK61DL und Inv. SK81DL), die wie die Teller mit den Gesichtern 1963 geschaffen wurden.
R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.), R. & H. Batliner Art Foundation. Neuerwerbungen 2005-2011 (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2012), Vaduz 2012, S. 66, Kat. 82.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/324821/runder-teller-mit-gesicht-iiImage Request